Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Der Erste Weltkrieg 1914-1918

aus Sicht von Folwark

Zwei Bündnisse

Das erste ist der Dreibund: Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien, das zweite die sogenannte Entente: Großbritannien, Frankreich, Russland. Im Verlauf des Krieges schlossen sich der Entente an: Serbien, Belgien, Japan, Rumänien, die USA.

Anlass für den Ausbruch des Krieges war die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers, Erzherzog Franz Ferdinand, am 28. Juni 1914 in Sarajevo.

  • Am 8. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg.
  • Am 1. August 1914 erklärte Deutschland Russland den Krieg.
  • Am 3. August 1914 erklärte Deutschland Frankreich den Krieg.
  • Am 6. August 1914 erklärte Österreich-Ungarn Russland den Krieg.
  • Am 6. August 1914 erklärten Großbritannien und Serbien Deutschland den Krieg.
  • Am 12. August 1914 erklärten Großbritannien und Frankreich Österreich-Ungarn den Krieg.

Folwark in den ersten Augusttagen 1914

In den ersten Augusttagen 1914 erreicht diese Nachricht unsere stille, friedliche Gemeinde (laut Chronik), weiter lesen wir: ... In der Kapelle läutet die Glocke, ein Bote klebt Plakate an. Ein Plakat am Wirtshaus, die anderen an den Straßenecken. [Für die nach 1945 Geborenen gebe ich an, dass das Wirtshaus an der Ecke ul. Lipowa und ul. Krapkowicka stand, an der Stelle des heutigen Anwesens der Familie Fikus.] Die Nachricht verbreitet sich blitzschnell von Haus zu Haus. Das Weinen der Frauen und die todernste Ruhe der Männer, Angst.

Sofort zum Militär einberufen wurden:

  • 1. Pionier, Josef Sadlo
  • 2. Infanterist, Alois Buhl (Stary Sowik)
  • 3. Luftschiffer, Stanislaus Smolin
  • 4. Reserve, Unteroffizier, Josef Buhl (Bruder von Alois)
  • 5. Reserve, Bernhard Chudalla
  • 6. Reserve, Franz Lakotta
  • 7. Reserve, Johann Kochanek
  • 8. Reserve, Peter Kornek (Vater von Eryk Kornek)
  • 9. Reserve, Johann Gisa
  • 10. Reserve, Thomas Kurpiers
  • 11. Reserve, Thomas Kornek
  • 12. Reserve, Ignatz Kornek
  • 13. Landwehr, Halbbauer, Stanislaus Smolin
  • 14. Landwehr, Häusler, Josef Zmarsly
  • 15. Landwehr, Häusler, Franz Kornek
  • 16. Landwehr, Josef Broj
  • 17. Landwehr, Jakob Kornek
  • 18. Landsturm, Paul Langosch
  • 19. Landsturm, Johann Kittel
  • 20. Landsturm, Josef Lazik
  • 21. Landsturm, Franz Kornek

Im Verlauf des Krieges wurden folgende Einwohner einberufen:

  • 22. Häusler, Ignatz Kurpiers I
  • 23. Häusler, Ignatz Kurpiers II
  • 24. Häusler-Sohn, Johann Kurpiers
  • 25. Häusler-Sohn, Karl Wystrach
  • 26. Johann Staffa
  • 27. Halbbauer, Josef Kochanek
  • 28. Tischler, Stanislaus Kochanek
  • 29. Halbbauer-Sohn, Peter Kornek
  • 30. Schumacher, Josef Kornek
  • 31. Johann Murowski
  • 32. Andreas Lakotta
  • 33. Johann Chudalla
  • 34. Peter Kurpiers
  • 35. Bernhard Lakotta
  • 36. Franz Malik
  • 37. Stephan Gisa
  • 38. Johann Lakotta
  • 39. Johann Kiwus
  • 40. Peter Kiwus
  • 41. Stefan Kornek
  • 42. Paul Smolin
  • 43. Peter Gisa
  • 44. Josef Smolin
  • 45. Josef Lakotta
  • 46. Johann Gambiec
  • 47. Johann Kornek
  • 48. Alois Schikora
  • 49. Paul Smolin

An den Fronten des Ersten Weltkriegs für den Kaiser gefallen

  • 1. Unteroffizier Josef Buhl, † 22. August 1914 bei Rossignal (Frankreich), Bruder von Alois
  • 2. Landwehrmann Stanislaus Smolin, † 1. September 1914 bei Casanow Tarnowska
  • 3. Reservist Bernhard Chudalla, † 30. August 1914 in Frankreich
  • 4. Rekrut Peter Kurpiers, † 10. Juli 1915 bei der Lorettohöhe in Frankreich
  • 5. Rekrut Johann Chudalla, † 13. Dezember 1914 bei Osik in Russland
  • 6. Landwehrmann Josef Broj, † 31. August 1915 bei Siwice in Russland
  • 7. Reservist Ignatz Kurpiers II, † 6. März 1916 in Frankreich
  • 8. Landsturm Johan Kittel, † 8. Oktober 1916 bei Brendorf (Siebenbirgen) im Bajonettkampf
  • 9. Stephan Kornek, † 19. Dezember 1916, starb nach einem Brustschuss
  • 10. Wehrmann Paul Kurpiers, † 31. Juli 1917, fiel bei Flaminier in Frankreich
  • 11. Schneidergehilfe Josef Lakotta, fiel in Frankreich
  • 12. Franz Kornek, starb in Russland an Lungenentzündung

An den Fronten des Ersten Weltkriegs Verwundete

  • 1. Kanonier Jakob Kornek, am Kopf verwundet in Russland
  • 2. Johann Gisa, an der Hüfte verwundet (Argonnerwald), Vater von Fox
  • 3. Peter Gisa, am Kopf verwundet bei der Lorettohöhe, Vater von Ditmar
  • 4. Franz Lakotta, an Nase und Bein verwundet bei der Lorettohöhe, Bruder von Deutscher
  • 5. Thomas Kurpiers, am Bein verwundet bei Verdun (Tomek)
  • 6. Karl Wystrach, am Bein verwundet in Russland, Vater von Erna Piechota
  • 7. Josef Kochanek, zwei Schüsse in den linken Arm in Russland (Stary Syma)
  • 8. Josef Zmarsly, Schuss in den rechten Arm bei Lublin
  • 9. Franz Kornek, brach sich in Frankreich das Bein
  • 10. Johann Murowski, Hüftschuss bei der Lorettohöhe, Vater von Adam
  • 11. Johann Staffa, durch Granatsplitter an Hüfte und Bein verwundet
  • 12. Stanislaus Kochanek, durch Granatsplitter am Kopf verwundet (Tischler)
  • 13. Peter Gisa, am linken Arm verwundet
  • 14. Stanislaus Kornek, durch eine Granate am Rücken verwundet, in Frankreich

In Gefangenschaft gerieten

  • 1. Ignatz Kurpiers
  • 2. Peter Kiwus
  • 3. Peter Kornek
  • 4. Alois Schikora

Ausgezeichnet wurden: E.K. II (Eisernes Kreuz II. Klasse)

  • 1. Peter Kiwus
  • 2. Johann Gisa
  • 3. Josef Zmarsly
  • 4. Alois Buhl (Sowik)
  • 5. Stanislaus Smolin
  • 6. Franz Lakotta
  • 7. Karl Wystrach
  • 8. Franz Kornek
  • 9. Johann Kurpiers

In den Aufzeichnungen lesen wir auch, dass die Einwohner unserer Gemeinde im Jahr 1915 dem Roten Kreuz folgende Gaben übergaben: zwei Säcke Äpfel für Kompott, 21 Paar Wollsocken, hergestellt von den Frauen aus Folwark, 5 Paar Pulswärmer aus Wolle, hergestellt von den Frauen aus Folwark, 19 Kissen, teils mit Bettwäsche, für das Militärlazarett. 40 Mark wurden auf das Konto des Roten Kreuzes eingezahlt. Außerdem wurde eine gewisse Menge Kartoffeln, Kohl und Obst geliefert. Für Kriegszwecke wurden 1000 Mark gezeichnet.

Zusammenfassung

Der Krieg dauerte 4 Jahre und endete mit der Niederlage der Mittelmächte („Dreibund“). An dem Krieg nahmen 33 Staaten teil, davon 29 auf Seiten der Entente.

  • Zu den Waffen mobilisiert wurden etwa 70 000 000 Menschen, aus Folwark 49 Personen.
  • Getötet wurden etwa 10 000 000 Menschen, aus Folwark 12 Personen.
  • Verwundet wurden etwa 20 000 000 Menschen, aus Folwark 14 Personen.

Es entstanden enorme materielle Verluste.

Im Januar 1919 begann die Pariser Friedenskonferenz ihre Beratungen. Sie sollte alle strittigen Probleme lösen, die Ursache des Krieges waren, und der Welt ewigen Frieden sichern. Viele Verträge werden unterzeichnet (in Versailles mit Deutschland, mit Österreich in Saint-Germain-en-Laye, mit Bulgarien in Neuilly-sur-Seine, mit Ungarn in Trianon und mit der Türkei in Sèvres). Eine neue politische Struktur Europas entsteht. Neue Staaten entstehen oder erlangen die Unabhängigkeit: Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien, Litauen, Lettland, Estland, Finnland. Deutschland und Österreich werden Republiken.

Der Krieg war noch nicht zu Ende, die Pariser Konferenz soll der Welt ewigen Frieden sichern, und in Schlesien bereitet sich ein neuer Krieg vor: die „Schlesischen Aufstände“.

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