Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Archäologie

Folwark und Umgebung

Beim Durchsehen verschiedener Karten, die unseren Ort und seine Umgebung beschreiben, bemerkte ich auf einer von ihnen seltsame Markierungen. Nach Rücksprache mit Fachleuten wurde mir erklärt, dass es sich um archäologische Fundstellen handelt. Meine Überraschung war groß, denn bis dahin wusste ich nichts von archäologischen Fundstellen auf dem Gebiet von Folwark. Die Archäologen, an die ich mich mit der Bitte um Hilfe bei der Lösung des Rätsels wandte, zeigten mir Dokumente, aus denen eindeutig hervorgeht, dass sich in unserer Gegend schon seit sehr, sehr langer Zeit Menschen aufhielten. Hier sind die Einzelheiten, die sich feststellen ließen.

Karte der Umgebung von Folwark mit archäologischen Fundstellen
Karte der Umgebung von Folwark. Rot markiert sind die dokumentierten archäologischen Fundstellen aus verschiedenen Kulturperioden.
In den Dokumenten bei den Archäologen fand ich folgende Einträge:
Einzelheiten ansehen

Zum leichteren Lesen dieser Informationen füge ich eine Übersicht bei, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer man sich in diesem Thema zurechtfindet.
Information auf Grundlage der Enzyklopädie PWN 1975.

Eisenzeit

Zeitraum:Name:
7. Jh. - 1250Frühmittelalter
6. Jh. - 7. Jh.Völkerwanderung
400 v. Chr. - 375 n. Chr.Römische Zeit
400 v. Chr. - ZeitenwendeLatènezeit
700 v. Chr. - 400 v. Chr.Hallstattzeit

Bronzezeit

Zeitraum:Name:
1800 v. Chr. - 700 v. Chr.

Steinzeit

Zeitraum:Name:
4500 v. Chr. - 1800 v. Chr.Neolithikum
8000 v. Chr. - 4500 v. Chr.Mesolithikum

Archäologische Kulturen

„Lausitzer Kultur”

Kultur der mittleren Bronzezeit, etwa in den Jahren 1300-1100 v. Chr. Sie entstand in der Lausitz, in Schlesien und in Großpolen. Blüte der Lausitzer Kultur in den Jahren 700-550 v. Chr., Niedergang um 400 v. Chr. Grundlegende Merkmale: Brandbestattung sowie Keramik von hohem technischem und künstlerischem Niveau. Beschäftigung der Bevölkerung: vor allem Ackerbau (Weizen, Gerste, Roggen, Flachs), Viehzucht: Rinder, Pferde, Schafe, Schweine und Hunde. Handwerk: Hüttenwesen, Schmiedekunst - Kupfer, Bronze, erste Erzeugnisse aus Eisen. Die ethnische Zugehörigkeit der Bevölkerung der Lausitzer Kultur ist umstritten.

„Schnurkeramische Kultur - Neolithikum”

Zeitraum: Ende der Steinzeit und Übergang zur frühen Bronzezeit. Der Name stammt von der Verzierung der Keramik, die mit einer Schnur in den frischen Ton gedrückt wurde. Die zeitliche Einordnung dieser Kultur hängt vom Verbreitungsgebiet ab. Im Nahen Osten fällt sie in die Jahre 7000-3000 v. Chr., in unserer Gegend etwa in die Jahre 4500-1700 v. Chr. Beschäftigung der Bevölkerung: Einführung des Pflügens mit Ochsengespann, Zucht von Schafen, Rindern und Ziegen. Fernhandel (Fluss- und Seewege), Spuren von Kannibalismus, Skelettgräber.

„Hallstattkultur”

Sie fällt in die Zeit 700-400 v. Chr. Kultur der Eisenzeit. Der Name leitet sich vom Gräberfeld in Hallstatt (Oberösterreich) ab, wo 1846-1863 Johann Georg Ramsauer 980 reich ausgestattete Gräber entdeckte, die meisten aus der Eisenzeit. Der Fund bildete die Grundlage für die Abgrenzung der Hallstattkultur. Charakteristische Merkmale: Schmuck aus Bronze, Anhänger an dünnen Kettchen, keramische Ornamente, vor allem geometrisch und farbig.

„Przeworsk-Kultur”

Kultur der späten Latènezeit (1. Jh. v. Chr.) sowie der folgenden Zeit, die in die Jahre 1.-5. Jh. n. Chr. fällt (spätrömische Zeit). Ihre Träger waren wahrscheinlich Germanen und teilweise Kelten. Charakteristische Merkmale dieser Zeit: Brandgräber mit Urnen, Gruben- und Reihengräber, reich ausgestattet mit Keramik, Waffen und Werkzeugen. Ackerbau, Rinderzucht. Hoch entwickeltes Handwerk: Schmiedekunst, Töpferei, Steinmetzarbeit.

„Latènekultur”

Kultur der Eisenzeit, sie fällt in die Zeit von etwa 400 v. Chr. bis zur Zeitenwende. Sie kommt vor allem in den von Kelten besiedelten Gebieten vor.
Charakteristische Merkmale: Ackerbau, Viehzucht, Hüttenwesen, Schmiedekunst (erste Sporen, Scheren, zweischneidige Schwerter, Schilde), auf der Scheibe gedrehte Keramik, Drehmühlen, es entsteht die Geldwirtschaft, die ersten Städte und Burgsiedlungen entstehen. Im 1. Jh. n. Chr. verbreiteten sich die Einflüsse der Latènekultur unter den germanischen Stämmen. Die Latènekultur wirkte auch auf die Gebiete Schlesiens.

Wenn du bis hierher gelesen und auf den Karten die Einzelheiten kennengelernt hast, musst du zugeben, dass die große Mehrheit der entdeckten und von Archäologen geprüften Scherben aus der Zeit der Lausitzer Kultur stammt. Der Schluss ist nur einer: Schon 1000 Jahre vor Christi Geburt wohnten in unserer Gegend Menschen. Sie lebten und arbeiteten.

Für die Kontinuität der Besiedlung sprechen die verschiedenen Zeiträume (4500 v. Chr. bis 15. Jh. n. Chr.), aus denen Keramikscherben gefunden wurden.

Also besteht „Unser Folwark” als Siedlung schon, ich erlaube mir diese Fantasie, 6500 Jahre. Vielleicht habe ich etwas übertrieben, aber 2000-2500 auf jeden Fall. Was meinst du dazu?

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