Archäologische Kulturen
„Lausitzer Kultur”
Kultur der mittleren Bronzezeit, etwa in den Jahren 1300-1100 v. Chr. Sie entstand in der Lausitz, in Schlesien und in Großpolen. Blüte der Lausitzer Kultur in den Jahren 700-550 v. Chr., Niedergang um 400 v. Chr. Grundlegende Merkmale: Brandbestattung sowie Keramik von hohem technischem und künstlerischem Niveau. Beschäftigung der Bevölkerung: vor allem Ackerbau (Weizen, Gerste, Roggen, Flachs), Viehzucht: Rinder, Pferde, Schafe, Schweine und Hunde. Handwerk: Hüttenwesen, Schmiedekunst - Kupfer, Bronze, erste Erzeugnisse aus Eisen. Die ethnische Zugehörigkeit der Bevölkerung der Lausitzer Kultur ist umstritten.
„Schnurkeramische Kultur - Neolithikum”
Zeitraum: Ende der Steinzeit und Übergang zur frühen Bronzezeit. Der Name stammt von der Verzierung der Keramik, die mit einer Schnur in den frischen Ton gedrückt wurde. Die zeitliche Einordnung dieser Kultur hängt vom Verbreitungsgebiet ab. Im Nahen Osten fällt sie in die Jahre 7000-3000 v. Chr., in unserer Gegend etwa in die Jahre 4500-1700 v. Chr. Beschäftigung der Bevölkerung: Einführung des Pflügens mit Ochsengespann, Zucht von Schafen, Rindern und Ziegen. Fernhandel (Fluss- und Seewege), Spuren von Kannibalismus, Skelettgräber.
„Hallstattkultur”
Sie fällt in die Zeit 700-400 v. Chr. Kultur der Eisenzeit. Der Name leitet sich vom Gräberfeld in Hallstatt (Oberösterreich) ab, wo 1846-1863 Johann Georg Ramsauer 980 reich ausgestattete Gräber entdeckte, die meisten aus der Eisenzeit. Der Fund bildete die Grundlage für die Abgrenzung der Hallstattkultur. Charakteristische Merkmale: Schmuck aus Bronze, Anhänger an dünnen Kettchen, keramische Ornamente, vor allem geometrisch und farbig.
„Przeworsk-Kultur”
Kultur der späten Latènezeit (1. Jh. v. Chr.) sowie der folgenden Zeit, die in die Jahre 1.-5. Jh. n. Chr. fällt (spätrömische Zeit). Ihre Träger waren wahrscheinlich Germanen und teilweise Kelten. Charakteristische Merkmale dieser Zeit: Brandgräber mit Urnen, Gruben- und Reihengräber, reich ausgestattet mit Keramik, Waffen und Werkzeugen. Ackerbau, Rinderzucht. Hoch entwickeltes Handwerk: Schmiedekunst, Töpferei, Steinmetzarbeit.
„Latènekultur”
Kultur der Eisenzeit, sie fällt in die Zeit von etwa 400 v. Chr. bis zur Zeitenwende. Sie kommt vor allem in den von Kelten besiedelten Gebieten vor.
Charakteristische Merkmale: Ackerbau, Viehzucht, Hüttenwesen, Schmiedekunst (erste Sporen, Scheren, zweischneidige Schwerter, Schilde), auf der Scheibe gedrehte Keramik, Drehmühlen, es entsteht die Geldwirtschaft, die ersten Städte und Burgsiedlungen entstehen. Im 1. Jh. n. Chr. verbreiteten sich die Einflüsse der Latènekultur unter den germanischen Stämmen. Die Latènekultur wirkte auch auf die Gebiete Schlesiens.