Das Foto zeigt den Zustand der Kapelle im Dezember 2004.
Das älteste erhaltene Bauwerk in unserem Dorf. Es wurde (Inschrift im oberen Teil) im Jahr 1664 errichtet. Im Giebel hängt eine Glocke aus dem Jahr 1739, und auf dem Glockenstuhl steht die Inschrift (wiederaufgebaut Chudala, Jahr 1969). Bis Juli dieses Jahres rief die Glocke täglich dreimal zum Gebet (Angelus). Sie war und ist auch unsere Sterbeglocke. Bis 1982 versammelten wir uns im Monat Mai am frühen Abend vor der Kapelle auf der Straße zu den „Maiandachten“, die, soweit ich mich erinnere, die selige Jadwiga Bias (geboren im September 1916) leitete. Vor der Kapelle war auch der Sammelplatz vor einer Wallfahrt oder Prozession. Jede Prozession führte ein Kreuz mit, das an der Spitze getragen wurde, und ein Bild in der Mitte. Hinter dem Bild ging der Vorbeter, der den Gesang anstimmte, danach die übrigen Teilnehmer.
Zur Geschichte unseres Glockenturms ist zu ergänzen, dass auch er im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde. Durch Geschosse wurde auch das Bild getroffen, und einige Splitter beschädigten den Rahmen. Das Bildnis der Muttergottes von Tschenstochau selbst blieb unversehrt. Herr Józef Kansy (Tischler) ergänzte die beschädigten Verzierungen. Einige Tischlerarbeiten führte auch Herr Kornek aus Górki aus. Nach mündlicher Überlieferung wurde das Bild von Herrn Roch Malik aus Tschenstochau mitgebracht, der damals, 1905, Führer bei Prozessionen und Wallfahrten war. Wahrscheinlich war er auch der Stifter. Auf der Rückseite des Bildes der Muttergottes von Tschenstochau befindet sich ein zweites Bild, und zwar des heiligen Rochus, seines Namenspatrons.
Die nach dem Zweiten Weltkrieg beschädigten Mauern wurden unter der Leitung des damaligen Schulzen, Herrn Joachim Kornek, repariert, mit Geld aus der Verpachtung von Apfelbäumen an den „Grenzen“. Es war eine Summe von etwa 4000 Złoty. An dieser Stelle ist auch der selige Gerad Dusza zu erwähnen, der viele Jahre das Amt des Glöckners und Kapellenpflegers ausübte. Nach seinem Tod übernahm Antoni Smolin die Aufgabe (bis zu seiner Krankheit). Heute ist der Glöckner eine elektronische Steuerung mit Motorantrieb.
Das Foto entstand wahrscheinlich Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die dritte von links ist Cecylia Zmarzły-Schikora, die Schwester meines Vaters, geboren 1913, sie lebt heute in Stade. Unten die Kleinste mit dem Korb ist Jadwiga Kiwus aus Folwark. Leider schon im Rollstuhl, lebt sie heute in Oppeln, wo ihr Neffe für ihre Pflege sorgt.