Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Teil I

Pofyrtane dzieje Folwarku

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

Jemand sagte einmal: ... „Jede Generation muss ihre eigene Abrechnung mit der Geschichte vornehmen, sie muss sich ihre eigene Sicht auf die Vergangenheit schaffen. Geschichte im gesellschaftlichen Sinn wird nie zu einer Sammlung ein für alle Mal festgelegter Wahrheiten.“ Während die Tatsachen (in der Regel) keine Diskussion hervorrufen, löst ihre Deutung oft Streit und Kontroversen aus. Die Geschichte Schlesiens ist dafür ein gutes Beispiel.

Wir wohnen in Folwark, nahe Opole, im Tal der Oder, in Schlesien (Śląsk - Slensk - Schlesien - Silesia), das sich durch einen ausgesprochen unabhängigen Charakter auszeichnet. Eine geschriebene Geschichte von Folwark finden wir in alten Dokumenten nicht. In der ersten Erwähnung, in den Verleihungen, die Herzog Bolko I. von Opole am 17. November 1295 zugunsten des Minoritenordens machte, wird auch Vorwerk des Gesco genannt (herrschaftlich). Es ist nicht sicher, ob damit das heutige Folwark gemeint ist. Andererseits gibt es in der Umgebung von Opole keinen anderen Ort mit ähnlichem Namen.

Opole verdankt seine historische Entstehung der günstigen Geländeform an der Oder. Schon von Wrocław an ist ihr linkes Ufer höher als das rechte, bis sich beide Ufer auf einer Länge von etwa 2 km in der Gegend der heutigen Stadt angleichen, und dann das rechte Ufer einige Meter höher wird. Nicht ohne Bedeutung für die ersten Siedler von Opole war auch die Insel Ostrówek, die durch die Teilung des Hauptstroms der Oder in zwei Läufe entstand, die Oder und den Mühlkanal. In unserem Folwark spielte die Rolle einer Insel wie Ostrówek in Opole die Insel „Przewrócie“, die auf alten Karten zu sehen ist. Für die ersten Einwohner von Opole war Ostrówek ein sehr guter, „strategisch“ sicherer Ort, ähnlich unser Przewrócie, wo man sich verstecken und seine Habe sichern konnte.

Opole im Jahr 1680, das Piastenschloss auf der Insel „Ostrówek“ (Kopie des Umschlags von „Opole do 1863“, F. Idzikowski.)

Wer sind wir?

300 Jahre vor Christi Geburt. Aus dem Süden, durch Böhmen und die Mährische Pforte, strömt Bevölkerung aus den Donaugebieten nach Schlesien, die Kelten. Spuren ihrer Siedlungen wurden auf der Hochfläche von Głubczyce in der Gegend von Nowa Cerekiew entdeckt. Die Kelten, ein großes Volk, aus dem die Gallier hervorgingen, die Vorfahren der Franzosen, Iren und Waliser.
Sie vertraten eine weiter entwickelte Zivilisation als die Einheimischen, konnten aber keinen Staat schaffen. Sie benutzten die Töpferscheibe zur Herstellung von Tongefäßen und zum Brennen zweikammerige Öfen. Sie konnten in Hüttenöfen Eisen aus Raseneisenerz schmelzen. Für den Ackerbau benutzten sie verbesserte Geräte, eine eiserne Pflugschar wurde in Brzeg entdeckt, datiert auf 300 Jahre nach Chr. Wahrscheinlich vermischten sie sich mit der zahlreicheren einheimischen Bevölkerung und gaben ihr viel von ihrer Kultur weiter oder zwangen sie ihr auf. Sie übernahmen auch die Kontrolle über die bestehende „Bernsteinstraße“, die über den Oderübergang in unserem Opole führte.

Über die „Bernsteinstraße“ in Opole schreibt Zdenek Vana (tschechischer Archäologe und Historiker, *1924 in Prag): An derselben Route von Prag nach Kraków und weiter in die Rus lag das wichtige Handels-, Handwerks- und Agrarzentrum in Opole. Diese befestigte Siedlung auf einer der Oderinseln war anfangs das Zentrum des Stammes der Opolanen, und im 10. Jahrhundert entstand hier eine Burg, umgeben von einem Wall aus Holz und Erde mit drei Toren und Blockhäusern entlang regelmäßig verlaufender, mit Holz belegter Straßen. Von ausgedehnten Handelskontakten zeugen die Funde: byzantinische Seide, Perlen vom Persischen Golf, Bruchstücke eines arabischen Glasbechers, skandinavische Spangen, ruthenische Ton-Ostereier, Spinnwirtel und Glöckchen, rheinische Bronzeschalen, mährische Graphitkeramik usw.

In unserem Folwark und in der nächsten Umgebung (Winów, Chrzowice) wurden beim Bau der Straße (Nr. 45) und vieler Häuser sowie auf den Feldern Spuren von Siedlungen aus dieser Zeit belegt.

Rekonstruktion der Überschwemmungsgebiete um Folwark im 16. Jahrhundert vor der Regulierung der Oder sowie belegte archäologische Fundstellen.
Erarbeitet auf Grundlage der Überschwemmungsflächen beim Hochwasser von 1997. Archäologische Fundstellen: auf Grundlage der Dokumentation des Woiwodschaftsamtes in Opole

Bezeichnungen: (archäologische Fundstellen Nr. 1-6). Zum leichteren Lesen dieser Informationen füge ich eine Übersicht bei, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer sich (Nicht-Historiker) in diesem Thema zurechtfinden.

Zeitraum:
8000 v. Chr. - 4500 v. Chr. Mesolithikum
4500 v. Chr. - 1800 v. Chr. Neolithikum (Schnurkeramische Kultur)
1800 v. Chr. - 700 v. Chr. Bronzezeit
700 v. Chr. - 400 v. Chr. Eisenzeit (Hallstattkultur, nach dem Gräberfeld in Hallstatt, Oberösterreich)
400 v. Chr. Latènekultur
1300 v. Chr. - 1100 v. Chr. Lausitzer Kultur (Lausitz, Schlesien, Großpolen)
100 v. Chr. - 500 n. Chr. Przeworsk-Kultur (Träger waren Germanen, teilweise Kelten)
400 v. Chr. - 375 n. Chr. Römische Zeit

1. Archäologische Fundstelle in Winów. Flurstück 1149/192 Ryszard Waleska, Bereich 90-37, Fundstelle 69. Oberflächenuntersuchungen führte E. Tomczak (1972) westlich vom Teich bis zur Straße durch und entdeckte: einen Siedlungspunkt der Przeworsk-Kultur, 10 Gefäßfragmente aus dieser Zeit. Siedlungspunkt Urgeschichte, 14 Gefäßfragmente. Siedlung aus dem 14.-15. Jh., 8 Gefäßfragmente. E. Tomczak teilt mit, dass nicht alle Scherben aufgesammelt wurden.

2. Archäologische Fundstelle in Folwark. Flurstück 108 (Smolin). Neben der Feldkapelle (1627). Bereich 90-37, Fundstelle Nr. 79. Entdeckt wurde ein Siedlungspunkt der Przeworsk-Kultur aus spätrömischer Zeit sowie 5 Gefäßfragmente. Entdeckt wurden Siedlungsspuren aus dem 14.-15. Jh. sowie 2 Gefäßfragmente.

3. Archäologische Fundstelle in Folwark. Bereich 90-37, Fundstelle 80. Im Jahr 1903 wurde beim Bau des Hauses Drass ein Siedlungspunkt aus der Zeit der „Lausitzer Kultur“ entdeckt. Gefunden wurden Gefäße und Gefäßfragmente aus den Jahren 1300-1100 v. Chr.

4. Archäologische Fundstelle in Chrzowice. Aus der Zeit 4500-1700 v. Chr. Bereich 90-37, Fundstelle 81. Sandgrube auf dem Feld von Wiktor Gielnik. Beim Sandabbau wurden Siedlungsspuren aus der Zeit der Kultur „Schnurkeramik – Neolithikum“ entdeckt. Im Juli 1961 wurde ein Topf gefunden, 12 cm hoch, Mündungsdurchmesser 11 cm, Bodendurchmesser 7 cm. Im Register ist er als „Verziertes Gefäß“ geführt. An das Muzeum Śląska Opolskiego übergab ihn Stanisław Kornek.

5-6 Archäologische Fundstellen in Chrzowice. Kulturperiode (Hallstatt, Przeworsk, Lausitz aus römischer Zeit). Gefäßfragmente, Siedlungspunkte.

7-8 Insel „Przewrócie“ und im Gebiet von Chrzowice 8 Insel „Na Granicach“
9. Lauf der Oder nach der Regulierung (1760).
10. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Za Walą“
11. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Na Kampie“
12. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Wiejskie“
13. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Czorne“
14. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Kotuc“
15. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Za Groblą“, heute nicht mehr vorhanden (die Grube „Folwark“ schüttete ihn mit Mergelabfällen zu)
16. Rest der Überschwemmungsgebiete, See „Hodne“, heute Fischteich
17. (Trockener) Wasserlauf „Wielkou Pyska“

Folwark, Luftbild (1995)

Im 2. und 3. Jh. n. Chr. geriet Schlesien in den Machtbereich germanischer Völker. Aus dem Norden kamen die Silinger, einer der zahlreichen germanischen Stämme. Das geschah unter dem Einfluss der Goten, die aus Skandinavien über die Ostsee kamen. Der Staat der Ostgoten (Ostgoten), der zu dieser Zeit auf dem Gebiet von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer entstand, umfasste Gebiete des heutigen Deutschlands, ganz Polen und Böhmen. Die keltischen Stämme, die in 300 Jahren in Schlesien heimisch geworden waren, wurden von den germanischen Stämmen aufgenommen.

In Schlesien herrschte eine Zeit lang eine kulturelle Zweiheit, keltisch-germanisch, bei gleichzeitigem Bestehen lokaler, also vorkeltischer Kulturen. Alle diese Kulturen waren bäuerlich geprägt. Angebaut wurden Roggen, Hirse, Gerste, Weizen, Hafer, Erbsen, Bohnen, Flachs, Hanf. Entwickelt war die Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen.

Manche unserer Historiker berufen sich auf den Römer Tacitus (*55-129 n. Chr.), der in seinem Werk „Germania“ schreibt „nördlich der Berge (Sudeten) klingt am lautesten der Name der Lugier“, und sehen in ihnen Urslawen.

Dagegen schreibt der schon zitierte Zdenek Vana: „Es ist eine geradezu erstaunliche Tatsache, dass es von einem so bedeutenden Teil der Bevölkerung Europas, jeder dritte Europäer ist slawischer Herkunft, bis zur Zeit der Völkerwanderung (375-453) keine Erwähnung der Existenz der Slawen gibt.“
Die Anwesenheit keltischer Stämme in dieser Zeit ist unbestritten. 2. Jh. n. Chr.: Schlesien im Einflussbereich germanischer Stämme (Vandalen, Goten, Silinger, Burgunder, Gepiden), die sich bei ihren Wanderungen zwischen dem 1. und 4. Jh. n. Chr. in Schlesien niederließen oder weiterzogen. Sie mussten friedlich mit den ansässigen Kelten zusammenleben, wenn sie die Bernsteinstraße kontrollieren wollten. Deshalb muss man denen zustimmen, die in den Lugiern ein Konglomerat verschiedensprachiger Stämme sehen (Germanen, Kelten und frühere Einwohner).
Aus dieser Zeit wurden in Opole Münzen aus römischer Zeit entdeckt, aus der Regierungszeit von Antoninus Pius (Adoptivsohn Hadrians, Titus Aurelius Fulvius Boionius Antonius, war gottesfürchtig und ist deshalb als Pius, der Fromme, bekannt), seine Herrschaft (138 bis 161) n. Chr.
Um 370 streiften die Hunnen (ein kriegerischer Stamm aus Zentralasien) bei ihrem Eroberungszug nach Westen Schlesien. In den Jahren 375-376 siedelten sich germanische Stämme (Westgoten), von den Hunnen aus ihren alten Sitzen vertrieben, mit Zustimmung des Kaisers auf römischem Boden an. Die Nachlässigkeit der kaiserlichen Beamten und die Versklavung von Gotenkindern führten zu Aufständen. Unter Alarich eroberten die Westgoten am 24. August 410 Rom, plünderten es und zogen sich in die Gebiete Galliens zurück.
Das kraftlose Kaiserreich konnte den kriegerischen Stämmen aus Asien nicht widerstehen. Die Hunnen erlangten große Macht unter der Herrschaft der Brüder Attila und Bleda (445-453). Attila vereinte unter seiner Macht alle Nomadenstämme auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, in Rumänien und Ungarn.
Die Invasion der Hunnen in den Jahren 375-453 leitete die etwa 100 Jahre dauernde Völkerwanderung ein. In Schlesien blieben nach dem Durchzug der Hunnen etwa (25-40) % der Bevölkerung, die Mehrheit brach auf der Suche nach neuen Sitzen auf.
Das Jahr 476 (Orestes wurde ermordet) ist das Datum, das das Ende des Weströmischen Reiches bedeutet, zugleich das Ende der Kontakte der Einwohner Schlesiens mit dem Römischen Reich und auch mit den byzantinischen Gebieten.

7. Jahrhundert. Die Historiker datieren den Zuzug der ersten slawischen Stämme nach Schlesien. Die erste Erwähnung schlesischer Stämme stammt aus der Mitte des 9. Jahrhunderts.

Über die Opolini haben wir einen Eintrag des „Bayerischen Geographen“ aus dem Jahr 843: Opolini habent civitates XX, also: Die Opolanen haben zwanzig Burgen.

Civitas: Zivilisation, also eine befestigte Stadt, Siedlungen, die sich vom Dorf unterscheiden und Menschen vereinen, die sich mit Handelskontakten befassen, sowie Handwerker.

Die archäologischen Entdeckungen in Opole bezeugen jedoch, dass die „civitas“, die der „Bayerische Geograph“ erwähnt, hier schon viele Jahrhunderte früher bestand, schon in römischer Zeit.

Und wo wohnten die Folwarczanie, Untertanen, Unfreie, Bauern, die ja arbeiten und Nahrung für die Bewohner der civitates beschaffen mussten? Sicher wohnten sie in der Nähe der befestigten Städte, und bei Gefahr versteckten sie sich in den Wäldern oder auf der Insel Przewrócie, die für Fremde sehr schwer zugänglich war. Ihr Vermögen waren das Leben selbst und das wenige Inventar, das sie besaßen.

Der Schluss aus dieser Überlegung: Folwark, Vorwerk des Gesco, war für die Opolini von Anfang an nötig, wovon auch die Archäologie in unserer Gegend zeugt.

Anfang des 9. Jahrhunderts. In Mähren und der Slowakei herrscht die „Dynastie der Mojmiriden“. Um 822 beginnt in Mähren die Christianisierung durch bayerische Missionare. 863 sind in Mähren die Missionare Kyrill und Method, die für ihre Tätigkeit die slawische Sprache in die Liturgie einführten.

In den Jahren 871-894 herrscht Svatopluk im Großmährischen Reich, seine ersten Gebietsausdehnungen: Böhmen, die Lausitz, die Wislanen und bisher zweifelhaft auch Schlesien.

Anfang des 10. Jahrhunderts. 906: Untergang des Großmährischen Reiches und Entstehung des böhmischen Staates unter der Herrschaft der Dynastie der Přemysliden.

Die Zugehörigkeit Schlesiens zum Großmährischen Reich und nach dessen Untergang zu Böhmen rief in Polen bisher viele Kontroversen hervor, aber die archäologischen Entdeckungen lassen heute keine Zweifel mehr. Zur kirchlichen Zugehörigkeit in dieser Zeit fanden sich einige Dokumente deutscher Kaiser (971 und 995), die die Zugehörigkeit des ganzen linksufrigen Schlesiens zum Bistum Meißen bestätigen. Also bestanden schon vor der Eroberung Schlesiens (990) durch Mieszko I. auf unserem Land Zentren des christlichen Kultes.

1099 (1093) Zwei Daten!

Ein historisches Rätsel für unsere Pfarrei in Chrząszczyce bleibt das Datum 1099. Es ist das Datum, das auf einem Stein eingemeißelt war, der bis 1814 in die Fassade der Kirche eingemauert war. Nach dem katastrophalen Brand von 1814 konnte die Zahl genau gelesen werden, der Stein ließ sich nicht retten, denn er zerfiel zu Pulver.

Die Pfarrkirche in Chrzumczütz um 1911 (nach dem Brand von 1814 renoviert, Foto Archiv Jadwiga Gryc)

Der erwähnte in dem Mittelgiebel eingemauert gewesene Tafelstein ist nach dem Brande im Jahre 1814 betrachtet und darauf die Zahl 1099 wirklich entziffert worden. Dieser Stein fiel auseinander und es sind keine Ueberreste davon vorhanden. Welche Bedeutung ist diesem Datum zuzuschreiben, was bedeutet die Zahl in der Geschichte unserer Pfarrei, fragt P. Dr. Edward Szdzuj Frankiewicz OFM in seinem Buch, S. 15, „Kościół Parafialny w Chrząszczycach“.
In Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, von Knie, Verlag Breslau 1830, Seite 154, lesen wir: Follwark, D. Reg. U. Kr Oppeln S 3/4. M. Königl./ Domain. U. Oppeln / O.L.G. Ratibor Königl. Domain. Just.A. Oppeln,/O.S.=/27 H. 142 E. Ganz k. K.K. zu Chrzumczütz. Muter Kirche. erbaut 1093. (Archiw Oppeln). bis zu 1810 Archd. Oppeln. Wilde Fischerei.

Die Frage: Welches Datum ist das richtige, 1099 oder 1093?

1295 Vorwerk des Gesco (herrschaftlich), ein Zeichen für das Bestehen unserer Siedlung, neben Cremchici, Zlotnici, Zlinici, nahe Opolini.

Ein Vorwerk ist seit dem 12. Jahrhundert ein großer Hof, der die Zwangsarbeit von Bauern nutzte, vielleicht auch von Unfreien (servi casati, die man als solche kaufen oder verkaufen konnte, S. 116, Bd. 1, „Boże Igrzyska“), die die „Piasten“ aus den damals zahlreichen Kriegen mit den Nachbarn holten. Mieszko I. baute die Burg von Opole aus Eichen, die in unseren Oderwäldern von Folwark gefällt wurden. Eichen, von denen unsere Großväter erzählten, die man noch bei der Regulierung der Oder (1760) und unseres Grabens „Moderz“ aus der Erde ziehen musste, wo sie tief im sumpfigen Gelände lagen.

Die Ausgrabungen auf dem Ostrówek in Opole zeigten, dass die Straßen der Burg mit Holz belegt waren, und alle 25 Jahre wurden neue Fahrbahnen verlegt. Es wurde festgestellt, dass die Stadt vollständig aus Holz war. Auf einzelnen Balken der Hütten von Opole wurden charakteristische Einkerbungen entdeckt, Ordnungszeichen, die schon im Wald angebracht wurden, und die fertigen Stücke wurden auf dem Wasserweg zur Burg geflößt, wo man daraus Häuser baute. Der Wall der Burg wurde in Kastenbauweise errichtet und mit Erde gefüllt. Für seinen Bau wurden etwa 1800 Kubikmeter ausgewähltes Eichenholz verwendet. An dieser Stelle wäre hinzuzufügen, dass die Archäologen nicht tiefer gruben, weil die Balken der Häuser unter den Bauten aus der Zeit Mieszkos I. nicht zur aktuellen Politik der Partei passten. Die Arbeiten wurden abgebrochen, und an dieser Stelle wurde ein Amphitheater gebaut.
In den Jahren um 990-1335 war unser schlesisches Land ein Zankapfel, wir waren abwechselnd in Polen oder in Böhmen. In dieser Zeit kann man Polen und Tschechen als ein Volk behandeln. Es bestand die reale Chance, unter Führung der Polen oder Tschechen einen starken slawischen Staat zu schaffen, aber jeder der beiden slawischen Brüder mischte sich in die privaten Angelegenheiten des anderen ein. 990 nutzte Mieszko I. die Schwäche der böhmischen Přemysliden und bemächtigte sich Schlesiens mit Waffengewalt. 1003 eroberte Bolesław Chrobry Prag und kurz die Macht in Böhmen. Zwanzig Jahre später zahlte es der böhmische König mit gleicher Münze heim und entführte aus Gniezno den Leichnam des hl. Adalbert. Das Testament von Bolesław Krzywousty (1138) führte zur Zersplitterung in Teilfürstentümer. Schlesien, das Teilfürstentum des ältesten Sohnes Władysław II., wurde zum Zankapfel zwischen den Brüdern, dann deren Nachfolgern, von denen ein Teil Böhmen huldigte. Die Teilung in Teilfürstentümer, deren Höhepunkt (19 einzelne, von Piasten regierte Herzogtümer) in die Jahre (1318-1322) fällt: Kämpfe um die Nachfolge nach Heinrich IV. mit Böhmen, Entführungen von Herzögen, Streit und Kämpfe zwischen den Brüdern, den Piasten.

1335 wurde in Trenčín und Visegrád ein Vertrag zwischen Johann von Luxemburg (Herrscher Böhmens) und Kazimierz dem Großen (König von Polen) geschlossen. Ein Vertrag, in dem:
- Johann von Luxemburg für die Summe von 20 000 Schock Prager Groschen zugunsten von Kazimierz dem Großen auf seine Ansprüche auf die polnische Krone verzichtet.
- Kazimierz der Große zugunsten von Johann von Luxemburg auf die erworbenen Rechte an den lehnspflichtigen schlesischen Herzogtümern und dem Herzogtum Płock verzichtet.
- Am 7. April stellte die Kanzlei von König Karl IV. die Urkunde über die Eingliederung Schlesiens in Böhmen aus. Dabei wurden alle historischen Titel auf diese Länder zusammengetragen, die belegten, dass sich die böhmischen Rechte an diesen Ländern nicht darauf stützten, dass Schlesien von der böhmischen Krone mit Waffen erobert und von Polen abgetreten wurde. Das Dokument legte dar, dass Schlesien ein böhmisches Lehen und erst dadurch ein kaiserliches war.

1335 fand sich Schlesien und damit auch Folwark unter den Ländern der „Krone des Königreichs Böhmen“. Hat dieser Wechsel der Staatlichkeit das Los der Einwohner von Folwark verbessert?

So viel für heute für alle, die sich für unser Folwark interessieren. Ich plane, in den nächsten Monaten bis in die Gegenwart zu kommen. Es gibt viel Wissenswertes, das vor dem Vergessen gerettet werden muss.

Alle historischen Informationen und Vorschriften stammen aus der Bibliografie:

1. Franciszek Idzikowski „Opole dzieje miasta do roku 1863“, Verlag „Wydział teologiczny Uniwersytet Opolski“ 2002.
2. Alicja Galas und Artur Galas „Dzieje Śląska w datach“, Verlag „Rzeka“, Wrocław 2001
3. Marek Czapliński „Historia Śląska“, Verlag „Uniwersytet Wrocławski“, Wrocław 2007
4. „Die Chronik Proskau“ (Fotokopien verschiedener Vorkriegsausgaben)
5. Norman Davies „Boże Igrzyska“, Verlag „Znak“, Kraków 1994
6. Zdenek Vana „Świat Dawnych Słowian“, Verlag „Artia Interpres“ 1985
7. Joachim Bahlcke „Schlesien und die Schlesier“, Verlag „Langen Müller“ 2005
8. Paweł Jasienica „Słowiański Rodowód“, Verlag „PIW“, Warszawa 1978
9. Jerzy Topolski „Historia Polski“, Verlag „Kopia“, Warszawa 1994
10. Maria Bretschneider „Bildstöcke“, Verlag „O/S Gesellschaftsdruckerei“, Oppeln 1939
11. Karl Maurer „Oppeln“, Verlag „DARI“, Berlin-Halensee 1926
12. Maria Bogucka „Dawna Polska“, Verlag Wiedza Powszechna 1985
13. Aleksander Brückner „Mitologia słowiańska i polska“, Verlag PWN, Warszawa 1985
14. Jerzy Mularczyk „Od Bolesława Chrobrego do Bolesława Rogatki“ (polemische Studien), Verlag „Sudety“, Wrocław 1994
15. Klaus Ullmann „Schlesien Lexikon“, Verlag „Bechtermünz“, Augsburg 1997
16. Edward Szdzuj Frankiewicz OFM „Kościół Parafialny w Chrząszczycach“, Verlag św. Krzyża, Opole 1947

Grüße aus Folwark, Rudolf