Wir sind im Jahr 1335. Schlesien geriet in den Machtbereich des böhmischen Staates und damit auch die Stadt Opole und unser Folwark. König von Böhmen, jetzt auch unserer, ist Johann von Luxemburg, der als Erbe der Přemysliden (verheiratet mit der Tochter Wenzels II.) auch den Titel eines Königs von Polen annahm und Ansprüche auf die polnische Krone hatte.
Die Luxemburger sind eine Dynastie, die seit 1196 in Luxemburg herrschte, seit 1310 in Böhmen (Johann), seit 1373 in Brandenburg, seit 1387 in Ungarn. Das Geschlecht erlosch 1437 in männlicher Linie, der Letzte war Sigismund. Auf das Erbe der Luxemburger erhoben die Habsburger Anspruch: Elisabeth, Tochter von Sigismund von Luxemburg, König von Böhmen und Ungarn, war die Frau von Albrecht II. von Habsburg.
Im I. Teil stand wenig über unser schlesisches Land, als es der „Zankapfel“ zwischen den Nachbarn war, und das Los der Einwohner damals von Tag zu Tag schwerer wurde. Blicken wir zurück.
Worin unterschied sich Opole damals von Folwark?
Opole war ein größeres Dorf, das das Schicksal der Nachbarländer teilte: Mähren, Böhmen und Polen.
Die Legenden und Chroniken sind jedoch reich und erwähnenswert. Neben Kaiser Otto III. und Papst Silvester II. gehörte der hl. Adalbert (Wojciech) zu den außergewöhnlichen Menschen. Wie wir wissen, gehörte Schlesien zu dieser Zeit wegen der staatlichen Zugehörigkeit zur Diözese Prag, das ist belegt. Deshalb ist das Jahr 1000 nicht der Beginn der Christianisierung Schlesiens. Der hl. Adalbert war der zweite Bischof in Prag und seit 982 auch unser Bischof. Böhmen spielte eine wichtige Rolle in der kulturellen und politischen Entwicklung Schlesiens. Früher im Großmährischen Reich vereint, knüpften sie mindestens 100 Jahre früher Kontakte mit dem westlichen Christentum. Das Tschechische überwog in unserer Sprache (die Deutschen nannten unsere Sprache Wasserpolnisch, die Polen Mundart).
Legende! Mit großer Wahrscheinlichkeit können wir sagen, dass sein Aufenthalt in Opole im Jahr 984 wegen seiner seelsorgerischen Pflichten zu Beginn der Christianisierung Schlesiens eine Tatsache war. Während des Aufenthalts soll er das Evangelium auf dem Hügel (Górka) verkündet haben (heute die Marienkirche und eine ihm geweihte Kapelle). Die Legende sagt, dass Adalbert, als ihm Wasser zum Taufen fehlte, mit dem Hirtenstab gegen den Fels schlug und eine Quelle hervorsprudelte. Der Brunnen zwischen den Gebäuden des Klosters, der Kirche und der Kapelle lieferte zehn Jahrhunderte lang den Einwohnern der Stadt Wasser. Das zeigen eine Zeichnung von Werner aus dem Jahr 1763 und ein Ölgemälde aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Maler Nowiński), auf dem ein großes Schwungrad zum Hochziehen des Eimers zu sehen ist. Das Wasser war von erster Qualität und hatte angeblich Heilkraft, es war weit vom Fluss Oder entfernt.
Wenn die Legende also wahr ist, beweist sie, dass Opole im 10. Jahrhundert ein bedeutendes Dorf war. Sowohl das ursprünglich gegründete Dorf Opole als auch Folwark unterstanden dem polnischen Recht.
Stadtrechte erhielt Opole erst nach weiteren 100 Jahren. Und der Prozess der Verleihung dieses Rechts war nicht die Sache eines Jahres, nicht einmal einer Generation, damals, als nach vielen Kriegen und Bränden Bolesław Wysoki und später Heinrich der Bärtige erschienen.
Und welche Unterschiede gab es bis dahin? Die Stadt hatte eine größere Einwohnerzahl, einen Marktplatz und war befestigt. In den Städten wohnten Kaufleute, die den Handelsverkehr garantierten, und Handwerker. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Dorf wohnten Untertanen, unfrei untertänig. Sie alle waren zu unzähligen Dienstleistungen für den Herzog, seinen Hof und seine Beamten verpflichtet. Sie mussten verschiedene Steuern zahlen, im Wald arbeiten, Wache halten, an Kriegszügen teilnehmen, Befestigungen und Burgen bauen. Sie mussten jede Arbeit verrichten, die der Herr befahl. Zu all dem kam die Versorgung. An den Hof mussten sie Getreide, Rinder, Schweine, Geflügel, Eier, Honig, Wachs usw. liefern. Welcher Herr auf dem Schloss milder war und welcher strenger und rücksichtsloser beim Eintreiben, habe ich nirgends gelesen. Den Untertanen war es verboten, irgendetwas ohne Zustimmung des Herrn zu tun. Das war die sogenannte Lokation von Stadt und Dorf nach polnischem Recht.
Die Geschichte der Zeiten, als das schlesische Land zum „Zankapfel“ zwischen Polen und Böhmen wurde, ist recht gut belegt. Ich habe zu diesem Thema viele verschiedene Berichte unserer Historiker durchgeblättert, nicht nur polnischer.
Meine Beobachtungen (ich betone, ich bin kein Historiker und habe mich bisher nie mit Geschichte befasst, das alles ist neu für mich) werden viele als tendenziös lesen, und da stimme ich zu. Meine Familienwurzeln, und ich habe tief gesucht, reichen am weitesten bis Ochodze, einem Ort, der bis Ende des 19. Jahrhunderts zu unserer Pfarrei Chrząszczyce gehörte. Erst mein Vater fand 1935 meine Mutter auf der rechten Seite der Oder, in Brynica. In meinem Stammbaum habe ich keinen einzigen Vorfahren mit „von“ gefunden, alle waren Untertanen (Unfreie) bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Daher mein Interesse an dem Thema, wer ihr Herr und Unterdrücker war. Und wie ich erfuhr, waren es viele, unabhängig von der staatlichen Zugehörigkeit Schlesiens. Übrigens nicht nur meine Vorfahren, sondern 99 % der Einwohner von Folwark, Opole und Umgebung waren in einer ähnlichen Lage.
Die Zeit der Teilung in Teilfürstentümer war die ideale Zeit, um einen gemeinsamen Staat für die Westslawen aufzubauen. Polen und Böhmen waren damals unter ihnen in jeder Hinsicht die stärksten. Aber es fehlte die Eintracht, die, wie wir wissen, aufbaut! Die Historiker erklären: So war es auch in den Nachbar„ländern“. Bolesław Chrobry hatte solche Absichten. Kurz herrschte er in Böhmen und dehnte seinen Einfluss weit nach Westen und Süden aus. Dem kam eine außergewöhnlich günstige äußere Lage entgegen. Auf dem Kaiserthron saß der ganz junge Otto III., der Chrobry freundlich gesinnt war. Er behandelte ihn als seinen Helfer bei der Christianisierung Europas.
Papst war damals Silvester II. (übrigens von Otto III. selbst berufen), und Bischof von Prag Adalbert, der spätere Heilige. Heute bewerten Historiker seine (Chrobrys) Eroberungen sehr hoch. Mit den Jahren drang die Kunde von Chrobrys großen Taten zu uns:
Er schlug Pfähle in Dnjepr und Saale
an den Grenzen des Staates,
in stählernen Rüstungen standen hinter ihm
tapfere Krieger
Für die Bösen war er wie eine Geißel Gottes
und für die Guten gut,
und die späteren Generationen
nannten ihn: Chrobry (den Tapferen)
Er ist Namenspatron vieler Straßen und Plätze und hat viele Denkmäler.
Er war energisch. Seine Rücksichtslosigkeit wurde ihm leicht verziehen. B. Zientara schreibt in „Poczet Królów polskich“: Er verstieß nacheinander zwei Frauen, ohne sich um das kanonische Eherecht zu kümmern; er tat seinem erstgeborenen Sohn Unrecht, nahm ihm das Erbe und verbannte ihn nach Italien. Schändlich behandelte er seinen böhmischen Vetter (Bolesław den Roten), der nach Kraków zu einem Treffen mit dem Cousin kam, um „Ansichten über internationale Probleme auszutauschen“: Er wurde von Chrobry geblendet und für lange Jahre ins Gefängnis gesteckt. Hinzufügen kann man die Verwüstungen und Plünderungen, die Chrobrys Krieger dort verbreiteten, wohin man sie schickte (kurzer Aufenthalt in Böhmen). Burgen und Dörfer brannten, man raubte Hab und Gut, verschonte nicht einmal Kirchen, trieb Scharen von Gefangenen fort. Beim Zug gegen Kiew machte der siegreiche Bolesław die Schwester des ruthenischen Fürsten, Przemysława, um deren Hand er sich zuvor vergeblich bemüht hatte, zu seiner Konkubine. Przybywój und Odolan, die ersten bekannten Mächtigen, Oppositionelle gegen Chrobry, wurden geblendet.
Aber die Geschichtsschreiber schreiben darüber etwas anders. Er war einfach ein grausamer Herrscher! Grausam aus heutiger Sicht, nicht nur gegen die Untertanen, sondern auch gegen die eigene Familie. In Prag, von wo er fliehen musste, und in Kiew, wo er vor den Augen des Fürsten die Schwester schändete: Das war eine kurzsichtige Politik des „Aufbaus eines starken Polens“, gestützt auf organisierte und wilde Plünderung. Seine Grausamkeiten waren sein Verderben und in späteren Jahren auch das des Landes Polen, das er aufbaute. Für viele Zeitgenossen ist er jedoch groß. Traurig ist das!
Aber für jene Jahre kann man hier kaum von Ländern sprechen. Land gab es in Hülle und Fülle, niemand steckte in dieser Zeit seine Grenzen ab, und die slawischen Brüder liebten sich nicht. Den Herrschern ging es nur um Kriegsbeute, die bei der damals primitiven eigenen Wirtschaft eine bedeutende Einnahmequelle darstellte. Es ging um Arbeitskräfte, Gefangene, die man auf den eigenen Gütern zu Untertanen machte, zu Unfreien.
Es kamen die Zeiten, in denen das bis dahin herrenlose Land eine Einnahmequelle wurde. Früher gehörte das Land der Gemeinschaft (auch das von Folwark, das damals wohl anders hieß), nun rissen es allmählich, aber unaufhaltsam die Mächtigen an sich. Der größte Grundbesitzer war natürlich der Herrscher, der es einfachen Bauern oder Unfreien zur zeitweiligen oder erblichen Nutzung gab, die Abgaben in Naturalien, Arbeit und anderen Leistungen zahlten.
Während die Lage der Feudalherren immer besser wurde, kamen für die einfachen Einwohner schwere Zeiten. Das Volk geriet in immer größere Abhängigkeit von den Mächtigen, in untertänige und unfreie Abhängigkeit. Und alle, die sich zu widersetzen versuchten, wurden mit Gewalt zur Unterwerfung gezwungen. Zwischen dem kulturellen Niveau des Herrschers und seiner Nächsten, des Hofes und der Krieger, und dem Niveau der einfachen Einwohner des schlesischen Landes bestand damals ein gewaltiger Abgrund.
Unter den Polanen begann nach dem Tod Bolesław Chrobrys zwischen den Brüdern (Mieszko II. und Bezprym, Söhne von Bolesław Chrobry) der Kampf um die Macht, in den sich die Mächtigen parteiisch einmischten. Im Staat herrschte Chaos, was den Mächtigen anfangs gelegen kam. Der Zerfall der Zentralgewalt wandte sich jedoch gegen die Mächtigen. Im 11. Jahrhundert (um 1038) spitzte sich die Lage so zu, dass es zum offenen Aufstand der Bevölkerung gegen die Feudalherren und das „junge“ Christentum kam.
... „Und es gab einen großen Aufruhr in den Ländern Polens, und die Menschen erhoben sich und töteten die Bischöfe und Priester und ihre Herren“ ... gibt ein Jahrbuch, die sogenannte Letopis, an, M. Bogucka „Dawna Polska“.
Es tobten schwere Kämpfe, Kirchen, Klöster und Burgen wurden zerstört. Während der sogenannten heidnischen Reaktion wurden Opole und der älteste Dom von Wrocław zerstört, und die Bischöfe aus Wrocław flüchteten (wahrscheinlich in die Gegend von Namysłów).
Warum zerstörten die Untertanen Kirchen?
Das Christentum nahmen zuerst die Herrscher und die Mächtigen an. Gerade auf die Leute der Kirche stützten sich die Herrscher damals bei der Verwaltung des Staates. Der Herzog war ein Verbündeter der Entwicklung des Christentums, er bestimmte den Zehnten seiner Einkünfte für den Unterhalt des Klerus, belastete also zusätzlich die einfachen Leute, die noch mehrheitlich Heiden waren. Der Prozess der Christianisierung unter den Untertanen verlief langsam, die an ihrem alten Glauben hängende Bevölkerung nahm die neue Religion nur ungern an. Eine solche Revolution konnte nicht ohne dramatische Zusammenstöße ablaufen ... nach den Worten des deutschen Chronisten Thietmar von Merseburg (gest. 1018): „Um seine Schäflein mit dem Geist des Christentums zu erfüllen, ließ Mieszkos Sohn Bolesław Chrobry für den Verstoß gegen das von der Kirche gebotene Fasten die Zähne ausschlagen.“
Und zu allem Unglück auf unserem Land noch dazu!
... „Den Aufruhr im Jahr 1039 nutzte der böhmische Fürst Břetislav, er eroberte Kraków, besetzte Schlesien, und zwischen Kraków und Wrocław wurde das Land mit Feuer und Schwert verwüstet.“ F. Idzikowski „Geschichte der Stadt Oppeln 1863“
Nach dem Tod von Mieszko II. (+1034) bestieg sein minderjähriger Sohn Kazimierz „Odnowiciel“ (der Erneuerer) den Thron und brachte unter der Obhut seiner Mutter Rycheza (einer gebürtigen Deutschen), unterstützt von einer 500 Mann starken Abteilung bewaffneter deutscher Söldner (von Kaiser Heinrich II.), die Lage 1049 unter Kontrolle. Er gewann Schlesien zurück, für das er den Böhmen jedoch Tribut zahlte.
In den nächsten 100 Jahren änderte sich für unsere Folwarker Untertanen nichts. Nur die Herren auf dem Schloss wechselten. 1138 führte Bolesław „Krzywousty“, König von Polen, nach Ansicht vieler früherer und neuerer Historiker das unglückselige „Testament“ ein, das Seniorat und die Teilung in Teilfürstentümer.
Władysław II., der älteste Sohn (er hatte Agnes zur Frau, Enkelin von Kaiser Heinrich IV. und Halbschwester von Konrad III., dem deutschen König), erhielt außer dem Seniorat Schlesien.
Schon 4 Jahre später, 1142, haben wir den ersten Bürgerkrieg mit den jüngeren Brüdern. Władysław II. brach die gegen ihn aufrührerischen Brüder nicht, und dazu ließ er seinen früheren Freund Piotr Włostowicz (einen Magnaten in Schlesien) wegen angeblichen Verrats grausam verstümmeln (die Augen ausstechen und aus dem Land jagen). Für diese Tat, die ihm die Mächtigen nicht verziehen, wurde er 1146 mit der ganzen Familie zu Władysław II. „Wygnaniec“ (dem Vertriebenen). Zuflucht fand er bei seinem Schwager Konrad III., in Deutschland auf der Burg Altenburg. Er starb im Exil 1159 in Altenburg, und 1163 starb seine Frau Agnes. Nach dem Tod Konrads III. (1157) wurde Friedrich I. „Rotbart“ Kaiser, der im Namen der noch im Exil lebenden Söhne Władysławs II. mit Waffen Schlesien einforderte.
Der König von Polen und Verwalter des schlesischen Teilfürstentums, Bolesław IV. „Kędzierzawy“, leistete in Krzyszków bei Poznań „unter demütigenden Umständen Friedrich die Huldigung und zahlte einen hohen Tribut für Schlesien ... er stimmte der Rückkehr der Söhne zu“ ... von Władysław II. „Wygnaniec“, Bolesław Wysoki, Mieszko Plątonogi und Conrad nach Schlesien (1163).
Sie erhielten jedoch weder das ganze Teilfürstentum noch volle Selbstständigkeit. Aber 1166 gewannen sie mit bedeutender bewaffneter Unterstützung aus Deutschland die übrigen Gebiete zurück und konnten die Macht selbstständig ausüben.
1163 ging Opole mit Umgebung als polnische Stadt unter die Herrschaft der Söhne und in den folgenden Jahren der Enkel von Władysław II. „Wygnaniec“.
Heutige Historiker bewerten ihre Verbindungen mit Deutschland ungünstig. Denn sie unterstützten und ermunterten mit Privilegien die herbeigeholten deutschen Siedler zur Gründung neuer Dörfer und Kaufleute und Handwerker zur Gründung neuer Städte. Die Historiker fragen, welche Motive sie leiteten? Aber durch die Familie verbunden, mit deutscher Mutter, an deutschen Höfen erzogen, fühlten sie sich den deutschen Luxemburgern mehr verbunden als den polnischen Piasten. Diese prowestliche Ausrichtung erwies sich besonders in wirtschaftlichen Dingen als segensreich für Schlesien. Unser Land verwandelte sich dadurch in kurzer Zeit in das wirtschaftlich führende Teilfürstentum Polens. Wegen der unaufhörlichen Kämpfe um das väterliche Erbe mit den polnischen Piasten suchten die schlesischen Piasten Hilfe in Böhmen und beim Kaiser. Daraus ergaben sich auch die späteren Lehensabhängigkeiten von Böhmen, die 1335 mit der Eingliederung Schlesiens in die böhmische Krone endeten und mit dem jahrhundertelangen Abbruch der Verbindung zu Polen.
Bolesław Wysoki erhielt Opole, Wrocław und Głogów, Mieszko Plątonogi das Gebiet von Racibórz, Conrad wurde für den geistlichen Stand bestimmt. Die Teilung war ungleich, also erwarteten Schlesien wieder bewaffnete Streitigkeiten der ewig zerstrittenen Piasten. In diese Streitigkeiten mischten sich noch die Piasten der benachbarten Gebiete Polens ein, was garantierte, dass Dörfer und Städte in Schlesien alle paar Jahre niedergebrannt, also in Rauch aufgehen gelassen wurden. Einer unserer Historiker schreibt: In den von Kämpfen mit den Brüdern und dem eigenen Sohn freien Augenblicken bemühte sich Bolesław Wysoki, im eigenen Herzogtum neue Regierungsformen einzuführen ...
Bolesław I. „Wysoki“, viele Jahre in Deutschland erzogen, lernte an der Seite des Kaisers viele Länder kennen und die Organisation anderer Herzogtümer im Westen und Süden Europas. Unter seiner Herrschaft beginnt die Kolonisation Schlesiens durch deutsche und wallonische Siedler, und nach Lubiąż holte er die Zisterzienser.
Opole gründete er nach deutschem Recht. So erlangten die Einwohner von Opole, bis dahin nach polnischem Recht, die persönliche Freiheit, hörten auf, Unfreie zu sein, und den Bürgern wurde die Selbstverwaltung verliehen. Die Einführung des neuen Rechts war für die Einwohner, nun schon einer Stadt, günstig. Das neue Recht wurde schrittweise eingeführt, oft unter Widerstand der Mächtigen, es vergingen viele Jahre, bis sie sagen konnten: Ja, wir leben in einer anderen Welt. Offiziell werden in den Dokumenten die Jahre 1211-1217 angenommen, aber noch im 16. Jahrhundert wurden viele Änderungen vorgenommen.

Die Stadt Opole in den 1750er Jahren. Kopie einer Zeichnung von F.B. Werner. Die Zeit, als Opole zum Preußen Friedrichs II. gehörte. F. Idzikowski gibt an, dass in der Stadt (1751) 1186 Personen wohnten, darunter 236 Männer, 254 Frauen, 354 Kinder, 343 Gesinde (Gesellen, Knechte, Diener, Dienerinnen). 200 Häuser hatten das Recht, Bier zu brauen, das die Einwohner der umliegenden Dörfer kaufen mussten (Szczepanowice, Wójtowa Wieś, Folwark, Winów, Górki und andere jenseits der Oder). Chrząszczyce, Złotniki, Chrzowice und Boguszyce nennt er nicht.
Leider! Folwark wurde nicht ausgezeichnet, in unserem Dorf galt weiter das für die Einwohner grausame polnische Recht. Leben und Tod, alles hing vom Herzog auf dem Schloss auf der Ostrówek-Insel ab.
Im nächsten Teil über das „Magdeburger Recht“ und seine Folgen für die Stadt Opole. Die Folwarczanie müssen auf das neue Recht noch lange warten.