Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Teil III

Von „Wygnaniec” bis Bolko I. von Opole

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

Die Söhne von Władysław II. „Wygnaniec“ beginnen ihre Herrschaft in Schlesien im Jahr 1163.

Bolesław „Wysoki“ (*um 1127-1201) Herzog von Schlesien 1163-1177, Herzog von Wrocław 1177-1201, Herzog von Głogów 1180/90-1201Mieszko „Plątonogi“ (*-1211) Herzog von Schlesien 1163-1177, Herzog von Racibórz 1177-1211, Herzog von Opole 1202-1211, Herzog von Kraków 1210-1211Konrad, Herzog von Głogów 1177-1180/90

Wenn man sich die oben angeführten Daten genau ansieht, erkennt man deutlich, wie schnell die Besitzer in Schlesien wechselten, und das waren nur Brüder.

1163 stimmte Bolesław „Kędzierzawy“ (unter dem Zwang des Kaisers) der Rückkehr der Söhne von „Wygnaniec“ zu.

1172 musste Bolesław „Wysoki“ nach 9 Jahren Schlesien verlassen und Hilfe bei Kaiser Friedrich „Barbarossa“ suchen (die Ursachen des Konflikts sind unklar). Es kam nicht zum Krieg, aber „Kędzierzawy“ zahlte einen einmaligen Tribut von 8 Tausend Mark.

1177 verwickelten sich die Brüder erneut in einen bewaffneten Konflikt untereinander. Nach der Rückkehr aus dem Exil (1163) wurde bei der Teilung Schlesiens Konrad übergangen, der für den geistlichen Stand bestimmt war. Die schlesischen Gebiete wurden wieder geteilt. Bolesław „Wysoki“ behielt Wrocław (mit Opole), Mieszko „Plątonogi“ erhielt das Gebiet von Racibórz, und für Konrad blieb das Gebiet von Głogów, das Bolesław „Wysoki“ nach drei Jahren (nach Konrads Tod) wieder dem seinen anschloss.

1195, also 6 Jahre vor seinem Tod, übergab er das Gebiet von Opole seinem Sohn (Jarosław), der von 1198-1201 zugleich zum Bischof von Wrocław gewählt war (die Wahl wurde vom Vater erzwungen). Dieser Jarosław führte 1195 ein Korps in der Schlacht an der Mozgawa bei Jędrzejów gegen die Truppen von Leszek Biały. Jarosław erhielt damals Opole und das Gebiet von Otmuchów einschließlich Nysa. Er starb 1201.

1201 stirbt Bolesław „Wysoki“.

1201, nach dem Tod von Bolesław „Wysoki“, übernimmt sein zweiter Sohn Heinrich (genannt der Bärtige) das Herzogtum Wrocław. In Schlesien beginnt eine „neue Ära“, die „Monarchie der Schlesischen Heinriche“ (1201-1241).

1201 nimmt Heinrich seinem Bruder das Land (Jarosław; man weiß nicht, ob vor oder nach dessen Tod 1201. Man weiß nur, dass Jarosław einige Monate vor seinem Vater starb), das Herzogtum Opole, und schließt es seinem väterlichen Erbe, dem Herzogtum Wrocław, an.

1202 nimmt Mieszko Plątonogi (seinem Neffen Heinrich) das Herzogtum Opole mit Waffengewalt ab und schließt es dem seinen, dem von Racibórz, an.

Den Anschluss des Herzogtums Opole an das von Racibórz durch Mieszko „Plątonogi“ zu Beginn des 13. Jahrhunderts betrachten wir heute als die offizielle Entstehung des oberschlesischen Herzogtums, das seitdem das von Opole genannt wird. Aber die Entstehung des neuen Herzogtums Opole-Racibórz bedeutete keineswegs das Ende der Kriege zwischen den Piasten in Schlesien und außerhalb.

Zu jener Zeit entwickelte sich Opole aus dem polnischen Dorf, das es seit der Eroberung Schlesiens durch die Krieger Mieszkos I. war (um 990, obwohl ich auch die Angabe gefunden habe, dass das Dorf Opole 999 von Bolesław Chrobry erobert wurde), verhältnismäßig schnell zu einer bedeutenden polnischen Stadt. Das zugehörige Gebiet wurde natürlich zur Opolszczyzna. Aber die immer wieder ausbrechenden Kriege waren zerstörerisch, und die Stadt selbst brannte sicher viele Male. Sicher wurden Wehrmauern (Palisaden) gebaut, die die Einwohner vor den Nachbarn schützten (Brüder, Neffen, Onkel, die Aufzählung wäre lang: Eroberer). Über den Bau der Befestigungen gibt es viele Informationen, aber die Autoren schreiben ihn verschiedenen Herrschern von Opole zu, deshalb habe ich dieses Thema nicht untersucht. Da schon Bolesław „Wysoki“ mit der Lokation nach deutschem Recht begann, entstand der Bedarf an einem Marktplatz (Ring). Gewählt wurde das Gelände zwischen dem Dorf (die heutige Gegend der Kirche auf dem Hügel) und der Oder. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass Fläche und (parallele/rechtwinklige) Straßen so angelegt waren, wie es der Stadtplan von 1750 zeigt (siehe Teil II „Pofyrtane dzieje“). Diese Vermutung äußerte F. Idzikowski in „Geschichte der Stadt Oppeln“.

Opole - Stadtplan im Jahr 1734. Angefertigt vom Mathematiker Daniel Pezold.
Die königliche Stadt Opole im Oberschlesischen Herzogtum.

Wie die Lokation von Opole nach deutschem Recht damals in der Praxis aussah, habe ich nirgends gelesen. Es gibt nur Aufzeichnungen über Kolonisten. An erster Stelle (1175) holte Bolesław „Wysoki“ Zisterziensermönche aus dem sächsischen Pforte nach Lubiąż. Pforte ist ein Ort nahe Altenburg, wo die Brüder mehrere Jahre im Exil lebten. Die Zisterzienser verstanden sich auf den Ziegelbau. Das Kloster wurde auch zu einem Zentrum des Schrifttums. Heute nutzen wir diese Aufzeichnungen (Leben der hl. Hedwig von Schlesien, Heinrichauer Chronik oder Katalog der Bischöfe von Wrocław). Im 13. Jahrhundert entstehen mehrere Tochterklöster. Plątonogis Frau Ludmiła stiftete ein Frauenkloster in Rybnik, das ihr Sohn Kazimierz, Herzog von Opole (1211-1230), nach Czarnowąsy verlegte. Die nach Schlesien geholten Mönche erhielten vom Herzog große Landgüter und Privilegien, die ihnen erlaubten, deutsche Kolonisten auf den Klostergütern anzusiedeln. An den Höfen lebten deutsche Ritter und Geistliche. Man schöpfte aus deutschen Kulturvorbildern und stiftete Ehen mit deutschen Geschlechtern.

Die nach deutschem Recht angesiedelten Kolonisten genossen in den ersten Jahren die sogenannte „Freijahre“ (wolnizna), die Befreiung von allen Leistungen für die Zeit der Erschließung. Die Einwohner von Opole erhielten an erster Stelle die persönliche Freiheit, ohne Freijahre.

Das deutsche Recht garantierte (außer den Freijahren) die persönliche Freiheit.
Das Recht, frei über den Hof zu verfügen, unter der Bedingung, die festgelegten Pflichten zu erfüllen.
Das Recht auf Selbstverwaltung (eigene Gerichtsbarkeit in erster Instanz: Vogt für die Stadt, Schulze für das Dorf).
Die Befreiung von allen zusätzlichen, nicht festgeschriebenen Leistungen, zu denen die Einwohner eines nach herzoglichem, polnischem Recht gegründeten Ortes gegenüber dem Herzog verpflichtet waren.

Ein wichtiges Element der Lokation nach deutschem Recht war die Möglichkeit, die Pflichten gegenüber dem Herzog in Geld zu entrichten. Es kam zu einer schnellen Entwicklung der Waren- und Geldwirtschaft. Die deutschen Siedler trugen auch zur Entwicklung der Landwirtschaft in Schlesien bei. Die ersten nach deutschem Recht gegründeten Städte in Schlesien sind Złotoryja, Lwówek und Środa Śląska. Opole nutzte, wie man in verschiedenen Aufzeichnungen lesen kann, in späteren Jahren die Erfahrungen des Rechts von Środa. Das heißt, das Magdeburger Recht, das deutsche genannt, wurde in den folgenden Jahren je nach den örtlichen Bedingungen abgewandelt. Die Selbstverwaltung legte es fest, und der Herzog, später der Kaiser oder König, bestätigte es.

Der Vogt, der Lokator (Schulze), vertrat den Besitzer (Herzog, König oder Kaiser) und besaß einen bedeutenden Machtbereich. Er war die erste Gerichtsinstanz! Die Selbstverwaltung, der Stadtrat, wurde erst in späteren Jahren eingeführt und strebte dennoch danach, die Befugnisse des Vogts oder Schulzen zu übernehmen.

In den Zeiten, in denen wir uns jetzt befinden, also zu Beginn der deutschen Kolonisation, träumte niemand auch nur von einer Änderung des Loses der Folwarczanie. Es galt das herzogliche Recht, das die Einwohner von Folwark unfrei machte. Sie wurden zu jeder Arbeit für den jeweiligen Besitzer von Opole und der Opolszczyzna gezwungen, also für Mieszko „Plątonogi“ in den Jahren 1202-1211, dann für seinen Sohn Kazimierz 1211-1230, danach für seine Enkel (Mieszko II. „Otyły“ 1230-1246 und Władysław I. 1246-1281). Und alle waren der Reihe nach in verschiedene Kriege und Kriegchen verwickelt. Und ihre Krieger plünderten, vergewaltigten, mordeten und brannten unterwegs Dörfer und Städte nieder.

Der Urenkel Bolko I. (von Opole) 1281-1313 verdient mehr Raum, denn er war der Erste, der „verkündete“ und niederschrieb, dass es ein solches Dorf gibt wie Vorwerk des Desco, also ein herzogliches.

Mieszko „Plątonogi“ gilt als Stammvater der oberschlesischen Piasten

„Plątonogi“ war zu jener Zeit (1210) der älteste lebende Piast und wollte auf Grundlage des „Testaments“ von Bolesław Krzywousty von 1138 den polnischen Thron in Kraków besteigen. Papst Innozenz III. erließ ein Mandat (1210), in dem er die Einhaltung des Statuts von „Krzywousty“ empfahl. Dabei hatte er die (nicht uneigennützige) Unterstützung seines Neffen, des „Bärtigen“, der ebenfalls an den Thron nach dem Onkel dachte. Mieszko „Plątonogi“ eroberte Kraków mit Waffengewalt und war ein Jahr lang Herzog von Opole, Racibórz und Kraków. Sein Tod (1211) machte alle Pläne zunichte.

Zum Abschluss der heutigen Betrachtungen über die „Pofyrtane dzieje Folwarku“ kann ich schreiben, dass erst 1228 Heinrich „der Bärtige“ in seinem Herzogtum (Wrocław) zum ersten Mal erlaubte, ein von schlesischer Bevölkerung bewohntes Dorf nach deutschem Recht anzusiedeln. Bis Wrocław haben wir nur 90 km, und wir werden auf diesen Moment noch 200 Jahre warten, obwohl wir uns in 100 Jahren schon in einem anderen Staat befinden werden.

Aus dem noch unfreien Folwark grüßt der Ur- - - - ur........enkel Rudolf