Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Teil XVI

Kaiserin Maria Theresia und Friedrich II. der Große

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

Am 20.10.1740 stirbt der letzte Kaiser aus dem Haus Habsburg in männlicher Linie, Karl VI. Sein ältester Sohn Leopold Johann, der geboren wurde und Kaiser werden sollte, stirbt, er erlebte nicht einmal seinen ersten Geburtstag. Die weiteren Kinder sind Maria Theresia, Maria Anna und Maria Amalia.
Solange die Kaiserfamilie hoffte, das nächste Kind werde ein Sohn, standen die Töchter Theresia, Anna und Amalia im Schatten. Das erklärt wohl, warum wir über die Kindheit Maria Theresias sehr wenig Informationen finden. Die künftige Kaiserin verbrachte die Kindheit in Gesellschaft ihrer jüngeren Schwester Maria Anna und war ein fröhliches, erlebnishungriges Kind.

Im Schatten stehend konnte sie sich als normale Frau entwickeln. So lernen wir sie auch kennen: eine schöne Blondine, gesund und sehr fröhlich gestimmt. Voller Temperament freute sie sich ihrer Jugend, und wie Richard Reifenscheid in „Die Habsburger“ schreibt, „ließ sie kein Fest und keinen Maskenball aus, und bei Hofe konnte sie auf allen Bällen unermüdlich bis zum hellen Morgen tanzen“. Über ihre Bildung wachten die Jesuiten. Auf dem Lehrplan standen Geschichte, Sprachen, Kunst, Musik und Tanz. Latein (die Amtssprache) beherrschte sie, wie wir heute sagen würden, ausgezeichnet, sie sprach fließend Französisch und Deutsch mit Wiener Akzent, hatte jedoch Schwierigkeiten mit der deutschen Rechtschreibung. Sie hatte auch musikalisches Talent, spielte Klavier und sang wunderbar (man sagte ihr eine Opernkarriere voraus). 1744 sang sie anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester die Hauptarie in der Oper (Ipermestra von J.A. Hasse).

Maria Theresia, unsere Kaiserin. Sie wurde am 15. Mai 1717 in Wien geboren. Ihre Geburt wurde mit Enttäuschung aufgenommen, denn man erwartete einen männlichen Nachkommen. Ihren künftigen Mann Franz III. Stephan von Lothringen lernte sie mit 6 Jahren kennen. Er kam als 15-Jähriger an den Kaiserhof in Wien. Die Familien waren verwandt und unterstützten sich gegenseitig im Krieg gegen die Türken. Als Kaiser Karl VI. bemerkte, dass die beiden einander zugetan waren, Franz Stephan aber keine Eigenschaften eines Reichsfürsten besaß und dazu praktisch keine Hoffnung auf das Erbe eines Herzogtums hatte, schickte man ihn nach Toskana. Nach dem Tod seines Vaters Leopold bot sich die Gelegenheit, das Herzogtum Lothringen zu übernehmen. Nach drei Jahren Herrschaft übergab er das Herzogtum seiner Mutter Charlotte von Orleans (Regentin). Er selbst kehrte auf einem Umweg (Frankreich, England, Holland, Hannover) nach Wien zurück. Hier konnte er nur kurz bleiben, denn Kaiser Karl VI. (Theresias Vater) bestimmte ihn zum Landesstatthalter in Ungarn.

Die Rückkehr von Franz Stephan und sein kurzer Aufenthalt in Wien wurden für die nun 17-jährige, blühende und als schönste Frau Europas bekannte Maria Theresia zum Ausbruch der ersten heißen und einzigen großen Liebe. Und so musste Kaiser Karl VI. nachgeben, um dem großen Glück seiner ältesten Tochter nicht im Weg zu stehen.

Am 21. Januar 1736 fand die offizielle Verlobung statt, die vom ganzen Hof mit großer Freude aufgenommen wurde. Der Verlobte Franz Stephan begab sich nun nach Pressburg, um bis zur offiziellen Hochzeit (12. Februar 1736) die Rolle des Landesstatthalters in Ungarn zu versehen. Die Trennung dauerte 22 Tage, aber Briefe gingen hin und her, und heute wissen wir, welches Gefühl sie verband.

Franz Stephan (schreibt): „Ihm seynt die Täge unerträglich da sie getrennt seien und er sei höchst obligiert für die Gnad seine Zeilen so gütigst beantwortet zu sehen“

Maria Theresia (antwortet): „Was man gern tut, macht keine ungelegenheit“, sie wünscht: „glückliche Reise und gutes Wetter, hoffe das dises die letzte sein wird, die Euer liebden ohne ihrer so ergebnen braut machen werden“ und am Ende ganz gegen die höfische Etikette: „Adieu mäusl“

Obwohl sie Thronfolgerin war (1713 erließ Karl VI. die Pragmatische Sanktion, in der er seine älteste Tochter als Nachfolgerin in den habsburgischen Erblanden einsetzte), hielt ihr Vater sie von den Staatsgeschäften fern, da er bis zu den letzten Tagen auf einen Sohn hoffte. Als Maria 1740 nach dem Tod Karls VI. den Thron bestieg, war sie schlecht auf die Regierung vorbereitet, und die Nachfolge in den Erblanden war unsicher. Der König von Preußen Friedrich II. der Große forderte seine Rechte auf Schlesien ein und berief sich auf den Vertrag über gegenseitige Erbfolge von 1512 nach dem Tod des letzten Piasten Johann II. „des Guten“ (siehe Beschreibung in Teil VII).

Maria Theresia
geboren am 15.05.1717 in der Hofburg, dem Wiener Palast der Herrscher Österreichs von Rudolf (13. Jahrhundert) bis 1918.

12.02.1736 heiratete sie in Wien Franz III. Stephan, Herzog von Lothringen

25.06.1741 in Preßburg zur Königin von Ungarn gekrönt
12.05.1743 in Prag zur Königin von Böhmen gekrönt
1745 in Frankfurt am Main Kaiserin.

Zahlreiche Nachkommen: 11 Töchter und 5 Söhne. (Jede Tochter hatte als ersten Namen Maria.)

Sie starb am 29. November 1780 im Alter von 63 Jahren.

Es fügte sich, dass 1740 zwei „Große“ Europas starben: Kaiser Karl VI., König von Österreich, und Friedrich Wilhelm I., König von Preußen. Schlesien, Opole und Folwark lagen im österreichischen Machtbereich, aber die Verträge über die gegenseitige Erbfolge nach dem Tod des letzten Piasten Johann II. des Guten waren die Keimzelle neuer Konflikte auf unserem Land.

Sie gehen in die Ewigkeit ein:

31.05.1740 Friedrich Wilhelm, König von Preußen; sein Erbe übernimmt am 2. Juni Friedrich II. „der Große“.
20.10.1740 Karl VI., Kaiser; sein Erbe übernimmt (wenige Stunden nach seinem Tod) Maria Theresia.

Uns erwarten neue Kriege! Die „Schlesischen Kriege“

Friedrich II. nahm in Charlottenburg den Eid der versammelten Minister entgegen und begann seine bewundernswerte Regierung, die Preußen auf das Niveau einer Großmacht hob. Alles natürlich mit Hilfe von Kriegen und Eroberungen. Die erste Gelegenheit dazu war der Tod des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches, Karls VI.

Am 6. Dezember dieses Jahres wandte er sich in einem freundschaftlichen Schreiben an Maria Theresia und ihren Gemahl Franz Stephan mit der Bitte, ihm einen Teil des Gebietes von Schlesien zu überlassen, und berief sich dabei auf den Vertrag von 1512. Zugleich versicherte er, sie bei den Bemühungen um die Nachfolge in den übrigen Ländern des Reiches zu unterstützen, die mit der neuen Kaiserin nicht einverstanden waren. Der neuen Herrscherin des Habsburgerstaates verweigerte nämlich der bayerische Monarch den Gehorsam, unterstützt von Frankreich, Sachsen und Preußen, und erklärte sich selbst zum Kaiser, als Karl VII. Die empörte Maria Theresia hatte nicht die geringste Lust, auf ihre reichste Provinz zu verzichten, und lehnte Friedrichs II. Vorschlag ab. Und so begann der Österreichische Erbfolgekrieg.

Am 16. Dezember dieses Jahres überschritt Friedrich II. die Grenze Schlesiens, und im Februar 1741 war er schon in Oberschlesien. Im April dieses Jahres (als sein Feldmarschall Graf Schwerin siegreich bei Mollwitz kämpfte) fand er sich mit einer kleinen Abteilung vor unserer Stadt ein, in der Hoffnung, hier seine Besatzung anzutreffen, aber an den Toren der Stadt wurden sie von den Österreichern beschossen, denn diese hatten Opole schon besetzt.

Die Schlacht bei Mollwitz: Heute Małujowice, ein Dorf in der Woiwodschaft Opole, Kreis Brzeg, Gemeinde Skarbimierz, an der Landesstraße 39, Abfahrt von der Autobahn A4 nach Brzeg. Die Schlacht, die als Schlacht um Schlesien in die Geschichte einging, begann am 10. April 1741, hauptsächlich auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes in Skarbimierz, und ihr Ergebnis entschied, dass Folwark für die nächsten 200 Jahre in den Machtbereich des preußischen Staates geriet.

Die Schlacht bei Małujowice am 10.04.1741. Die preußischen Truppen führte persönlich der neue König Friedrich II. und Feldmarschall von Schwerin. Die österreichischen Truppen führte Feldmarschall Neipperg. Die preußische Infanterie zählte
16 000 Soldaten und die österreichische 11 600. Die Österreicher hatten die Überlegenheit bei der Kavallerie, 86 gegen 33 preußische Schwadronen. Insgesamt standen sich 41 000 Soldaten gegenüber. (Schwadron etwa 60-110 Pferde).
Die Schlacht gewannen die Preußen um den Preis von 4800 Gefallenen, von den Österreichern fielen 4500. Wie schon oben erwähnt, floh Friedrich, als sich die Waagschale des Sieges zugunsten Österreichs neigte, auf Anraten Schwerins vom Schlachtfeld nach Opole, wo er das österreichische Heer vorfand. Er kehrte nach Małujowice zurück und feierte den Sieg.

Friedrichs Einmarsch in Schlesien und das Halten der eroberten Stellungen machten in ganz Europa großen Eindruck. Für die Habsburgermonarchie war der Verlust Schlesiens eine blutende Wunde. Frankreich, Bayern und Sachsen verbündeten sich gegen Maria Theresia, in der Folge erwarten uns noch Schlesische Kriege.

Schlesien war der Einsatz in Friedrichs Spiel um den Großmachtstatus Preußens in Europa.

Was in der ersten Hälfte der vierziger Jahre in unserem Folwark und in der Pfarrei geschah, ließ sich bisher nicht feststellen. Für die Jahre 1741-1745 fehlen Aufzeichnungen.

Im Jahr 1740 taufte Pfarrer Francisco Kapelka:

- Agnes, Tochter von Adalbert (Wojciech) und Helena aus Zlynice, als Paten erscheinen Anna Nowacka und Anna Korkowa aus Folwark

- Agnes, Tochter von Jakub Świętek aus Folwark und Anna Stachula aus Chrzcowitz. Paten waren Johannes Kornek, Marianna Lakocina und Susanna Korkowa, alle aus Folwark

- Marianna, Tochter von Paul Lakott aus Folwark und Mariana Danielka aus Winów. Paten waren Paulo Lysy aus Chrzowice und Helena Korkula

Weiter treffen wir im selben Jahr auf Namen in Folwark und Umgebung:

Valentin Kędziora, hortulani aus Ochodze, Georgio Langer aus Domecko, Christian Henek, Tabernator aus Damczić (Wirt aus Chrząszczyce) und andere Namen, Gallus aus Boguszyce (hortulani = zagrodnik = Gärtner), Helena Urbaczonka, Hedwiga Piechaczkowa aus Krztzowitz (Chrzowice), Dorothea Malicka Seulteschowa aus Zlatnik (Schulzin), Michaeli Czaja aus Folwark, Anna Gryczmarka aus Folwark, Marianna Molitoris Filia Adalberti Piechaczek aus Krztzowitz (Marianna, Tochter des Müllers Wojciech Piechaczek aus Chrzowice)

Auf diese Zeiten (die Einwohner) kommen wir noch zurück.

Grüße aus Folwark, Rudolf