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Teil XVII

Friedrich II. der Große - „Die Folwarczanie wurden Preußen”

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

Friedrich II. (1740-1786). Neue Zeiten sind angebrochen: unsere Ururahnen unter preußischer Herrschaft.

Die Schlacht bei Małujowice am 10.04.1741 entschied über die Änderung der staatlichen Zugehörigkeit unserer Pfarrei und der Umgebung. In den Kirchenbüchern sind diese Änderungen mit bloßem Auge zu sehen. In der Zeit der Habsburger bin ich auf keinen einzigen Eintrag eines Musketiers, Kürassiers oder Husaren gestoßen. Jetzt haben wir besonders bei Trauungen ledige Soldaten, und noch wichtiger: Es schließen nicht Halbwüchsige die Ehe, sondern Herren, die für jene Zeit schon betagt sind. Wir wissen, der Dienst im preußischen Heer war nicht leicht, und den Urlaub für die eigene Hochzeit musste man sich verdienen. Um das alles zu veranschaulichen, habe ich beschlossen, diesmal einige Brautpaare in unserer Chrząbeckey-Pfarrei aus jenen Zeiten vorzustellen.

Trauungsdatum in ChrzumtzitzDienstgradBräutigamBrautZeugen
8. November 1767Muszkieter HayduckLampert, ledig, 27 Jahre, aus FolwarkHedwigis, 25 Jahre, ledig, Tochter von Matheus Niedziela aus GroszowitzJohann Kotula, Gärtner aus Winów, und Jacob Świętek, Bauer aus Follwark
7. Mai 1769Curassier DudeckJacob, ledig, 26 Jahre, Sohn des Schmieds Gregor aus OchotzMarianna, 19 Jahre, ledig, Tochter des Freigärtners Andreas Dull aus OchotzCasper Hanus, Müller, und Johann Gogolock, beide aus Ochotz
1. Oktober 1769Curassier WoycikJacob, ledig, 30 Jahre, Sohn des Gärtners Franciszek aus ZlenitzMargaretha, 24 Jahre, ledig, Tochter des verstorbenen Franciszek Scholtiszig aus ZlattnikCasper Capuszciok, Curassier, und Thomas Wrzeciona, Curasier, beide vom Regiment des Generals von Podwils
14. Januar 1771Muszkieter FurgaczJohann, ledig, 55 Jahre, aus ZlattnikAgnes, 25 Jahre, ledig, Tochter des verstorbenen Bauern Georg Kluczny aus ZlattnikFranz Malorny, Bauer, und Paul Golletz, Schmied aus Zlattnik
26. Mai 1717Curassier WrzecionoSebastian, ledig, 25 Jahre, aus ChrzowitzAnna, 21 Jahre, ledig, Tochter des Häuslers Georg Rybarsz aus ChrzomtzitzMathias Mocia, 1/2 Bauer, und Langner aus Chrzomtzitz
15. Juni 1772Fuiselier NieslonoGregorius, Witwer, 42 Jahre, vom Füsilierregiment in Glatz (Kłodzko)Helena, Witwe, 45 Jahre, des verstorbenen Johann Jarosz aus Boguszyce, wohnhaft in Ligota PrószkowskaJohann Pietruska, Bauer, Michel Bydy, Wirt, beide aus Zlattnik
13. Februar 1774Huzar WerotzkyGeorgius, ledig, 27 JahreBarbara, ledig, 30 Jahre, Tochter des Bauern Johann Pietrusky aus ZlattnikThomas Odelga, Bauer, und Martin Lambeck, Bauer, beide aus Zlattnik
19. November 1775Fuiselier GogolokMatheus, ledig, 36 Jahre, aus DometzkoHedwigis, ledig, 30 Jahre, geb. Grzonka aus DometzkoGregor Gora, Johann Dudek, Schuster, beide aus Domecko
28. Januar 1776Reiter von Opplischen Regiment MalikJerzy, ledig, 30 Jahre, aus ZlattnikDienstmagd Franciszka, 28 Jahre, geb. Spiler aus Proskau, wohnhaft in ZlattnikMatias Odelga, Bauer, und Martin Pietruska, beide aus Zlattnik
19. Januar 1777Huzar BotherJura (Jerzy - Georg), ledig, 30 JahreSusanna, ledig, 24 Jahre, Tochter des verstorbenen Franciszek Murowski aus FolwarkMathias Czaia, Bauer, Walentin Świętek (alter Schmied) aus Folwark
14. Mai 1777Huzar SadloNikolaus, ledig, 32 JahreMaria, ledig, 30 Jahre, Tochter des verstorbenen Gärtners Paul Klak aus Nowa KuźniaGrigert Koręty, Gärtner aus Nowa Kuźnia, Franz Kutz, Füsilier, Soldat vom Regiment Koźle
26. Oktober 1777Huzar GieraFlorian, ledig, 26 JahreMaria, ledig, 23 Jahre, Tochter von Baltthazar Krawietz, wohnhaft in BoguschitzGeorg Sokor, Husar, und Johann Siekiera aus Boguschitz
11. Oktober 1779Fuiselier LangerMelchior, ledig, 36 Jahre, aus OchotzJohanna, ledig, 20 Jahre, Tochter von Jacob Dulla aus OchotzGregor Wiessala, Wirt aus Domecko, und Franciszek Wulla, Organist
16. Oktober 1780Reiter von Elfner Comp, Garnison Oppeln, GrzyszkaAnton, ledig, 34 Jahre, aus ZlattnikDienstmagd Dorotha, 29 Jahre, geb. Wrzeciono aus ChrzowitzBlazek Pietruska, Bauer, Paul Lysy, Reiter aus Zlatnik

So sahen die Kürassiere aus

Husaren, Völkerschlacht bei Leipzig (16.-19. Oktober 1813)

In solchem Getümmel war es schwer, am Leben zu bleiben

Füsiliere: Infanteriesoldaten, bewaffnet mit Steinschlossflinten, sogenannten Füsilen (daher der Name). Im 18. Jahrhundert ersetzten sie die Musketiere.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt in Preußen die leichte Infanterie, die in selbstständigen Bataillonen organisiert war, den Namen Füsiliere. Vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts trug die Mehrheit der Infanterie in den europäischen Armeen den Namen Füsiliere.

Schon während des I. Schlesischen Krieges bildete sich gegen die Kaiserin Maria Theresia eine französisch-bayerische Koalition, und Karl Albrecht von Bayern wurde am 12. Februar 1742 in Frankfurt am Main als Karl VII. zum deutschen Kaiser gekrönt. Maria Theresia wählte als kleineres Übel für die Habsburger 1742 den Frieden mit Friedrich II., unterzeichnet im Juni dieses Jahres in Wrocław, und so endete der I. Schlesische Krieg. Die Friedensbedingungen waren für die Habsburger ungünstig. 80 % des Gebietes von Schlesien gingen unter preußische Herrschaft über, die Kaiserin behielt nur den Süden Schlesiens, das Herzogtum Cieszyn. In Głubczyce (1743) wurden nach Festlegung der neuen Grenzen die Ratifikationsurkunden ausgetauscht.

Noch während der Kriegshandlungen berief Friedrich II. für Schlesien ein besonderes Ministerium, das sich mit der neuen Organisation der Verwaltung (Zoll, Steuern, Bergbau, Hüttenwesen, Gerichtsbarkeit) und allen militärischen Angelegenheiten befasste. Schlesien wurde in Kreise (Landräte) eingeteilt. Preußen war der erste europäische Staat, der den Grundsatz der allgemeinen Volksbildung aufgriff. In Schlesien interessierte er sich vor allem aus politischen Gründen sowohl für die Entwicklung der protestantischen Bildung, die er förderte, als auch der katholischen, die er der Staatskontrolle unterstellte.

Für die junge männliche Bevölkerung erließ Friedrich II. 1743 ein Edikt über die Wehrpflicht in Schlesien. Zum aktiven Dienst wurden etwa 35 000 Soldaten einberufen. (Befreit waren nur Kaufleute, Stadtbürger, das Oberhaupt der Bauernfamilie und eventuell ein Sohn, wenn er keine weiteren Brüder hatte.) Der Dienst dauerte länger als zwei Jahre und war beschwerlicher als unter den Habsburgern, deshalb waren solche „preußischen Ordnungen“ nicht beliebt. Junge Männer, denen die Einberufung drohte, flohen massenhaft ins Ausland, aus unserer Gegend in Richtung Częstochowa (unter ihnen der Ururgroßvater meiner Frau, Bastek aus Luboszyce bei Opole, der sich bei Częstochowa niederließ und dort eine Familie gründete).

Der mit Friedrich II. geschlossene Frieden erlaubte den Habsburgern, den Kampf gegen Karl VII. zu konzentrieren. Die österreichischen Truppen begannen Erfolge zu erzielen und vertrieben Karl VII., mit der Aussicht, nicht nur Karl zu besiegen, sondern auch die Franzosen an anderen Fronten. Friedrich II. fühlte sich nun bedroht! Beunruhigt durch die Erfolge Maria Theresias fürchtete er, die Habsburger Erbin werde sich damit nicht begnügen und das verlorene Schlesien zurückfordern und zurückerobern.

Das war der größte Verrat seines Lebens, wie die Historiker schreiben.

Er brach den 1742 in Wrocław unterzeichneten Friedensvertrag und schloss einen Pakt mit Karl VII. und den Franzosen gegen Maria Theresia. Nun führte er im August 1744 unter dem Vorwand der Hilfe für Kaiser Karl VII. sein Heer (etwa 80 000) nach Böhmen und begann damit den II. Schlesischen Krieg. Aber bedrängt von den Österreichern und den sächsischen Truppen und zusätzlich vom Widerstand der Bevölkerung geplagt, musste er sich zurückziehen, und so verlagerten sich die Kriegshandlungen auf unser Land. Es folgte der eilige preußische Rückzug aus Böhmen. Nach diesen Misserfolgen begann er sich sorgfältig auf eine neue entscheidende Probe vorzubereiten.

Am 20. Januar 1745 stirbt Kaiser Karl VII. Maria Theresia fand sich in einer günstigeren Lage und schloss Frieden mit seinem Nachfolger (Maximilian III.).

Am 28. Mai 1745 marschierte die sächsisch-österreichische Hauptarmee in Schlesien ein, und Friedrich II. beschloss, eine Hauptschlacht zu liefern. Zum Treffen der Hauptkräfte beider Armeen kam es am 4. Juni 1745 bei Dobromierz (Hohenfriedeberg) in der Nähe von Strzegom. Die vereinten Armeen (sächsisch-österreichisch) unter dem Befehl von Herzog Karl von Lothringen wurden durch falsche Meldungen in die Irre geführt. Sie stießen nämlich auf ihrem Marsch unerwartet auf Friedrichs Heer, das in einer Stärke von 60 000 Säbeln an geeigneter Stelle gut vorbereitet war. Durch die Überraschung ließ er den Österreichern nicht die Zeit, sich zu entfalten. Die preußischen Verluste betrugen etwa 5000 Mann, die Österreicher verloren 14 000 einschließlich der Gefangenen. Erobert wurden auch 66 Geschütze und 76 Standarten. Die österreichische Armee war geschlagen, aber nicht zerschlagen.

Dezember 1745: Die Siege Friedrichs II. wurden bestätigt, und in Dresden wurde ein neuer Friedensvertrag geschlossen, der den II. Schlesischen Krieg beendete. Für Friedrich II. endete der Krieg ohne Verluste.

In Oppeln begann man neue Ordnungen einzuführen. Die Landesstarosten wurden abgeschafft (der letzte, Graf Henkel, wurde der Absprache mit den Österreichern beschuldigt und wegen Verrats verurteilt, er floh nach Wien). An der Spitze der Kreise standen Landräte, und die höchste Instanz war die Regierung des Regierungsbezirks. Die Katholiken in Opole nahmen die neue Herrschaft mit großer Unzufriedenheit auf, und wegen ihrer Anhänglichkeit an Österreich litt die Stadt in den Schlesischen Kriegen sehr. Aber wie Idzikowski schreibt: Der große König (Friedrich II.) vergaß unsere Gegend nicht, wovon die Verdoppelung der Einwohnerzahl von Oppeln von 1136 auf 2476 zeugt.

Weiter können wir in den Chroniken von Idzikowski (Geschichte der Stadt Oppeln) lesen: Dieses erfolgreiche Streben des Königs nach weiterer Entwicklung wurde 1756 für 7 Jahre auf furchtbare Weise unterbrochen. Maria Theresia konnte den Verlust Schlesiens nicht verschmerzen. Sie umspann Friedrich mit einem Netz gegen ihn gerichteter Bündnisse (Russland, Frankreich, Schweden), die bereit waren, sich bei nächster Gelegenheit mit Österreich zu verbinden und Friedrich anzugreifen.

Friedrich II. der Große von Hohenzollern
geboren am 24. Januar in Berlin
König von Preußen 1740-1786

Friedrich war der älteste Sohn von Sophie Dorothea von Hannover (1687-1757), die im Gegensatz zu ihrem Mann eine gebildete Person war.
Friedrich Wilhelm I., Friedrichs Vater, verachtete nämlich die vielseitige Bildung und den Glanz des Hofes und zog ihnen einfache männliche Vergnügungen vor: Kasernen und Jagden. Gegenstand seiner Sorge war vor allem der Aufbau der militärischen Macht Preußens. Er führte sogar die Sitte ein, täglich Uniform zu tragen (daher der Beiname Soldatenkönig).

Am 12. Juni 1733 wurde Friedrich gezwungen, die von Österreich unterstützte Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern zu heiraten. Die Hochzeit fand in Salzdahlum statt, doch diese Ehe wurde angeblich nie vollzogen.

Er starb am 17. August 1786 in Potsdam.

Bis 1756 behandelte das Europa der Großmächte Preußen nicht als gleichrangig, und über Friedrich II. sagte man „dieser filigrane König“.
Thomas Carlyle (1795-1881), schottischer Schriftsteller und Historiker, schrieb Jahre später: „Viele Länder besitzen ein längeres Schwert als Preußen, aber keines versteht es, so schnell aus der Scheide zu ziehen.“

Davon werden wir uns aber erst im nächsten Teil überzeugen, dem Beginn des III. Schlesischen Krieges, der 7 Jahre dauerte.

Grüße aus Folwark, Rudolf