Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Teil VI

Alles über die „ersten bekannten Folwarczanie”

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

Informationen in den Urbaren:
Des Fürstenthumbs Oppeln Urbari und Grundtbuch Desselben Geschloss, Stadt, Dörfer
und aller wirdtschaften und einkomen

aufgezeichnet auf Befehl Seiner Kaiserlichen Majestät durch die Herren:
Wilhälm Kurtzpach Freiherr zu Trachenberg (Żmigród, Kreis Milicz),
Rat der Schlesischen Kammer Seiner Königlichen Majestät, Hans Bernhardt Maltzan Freiherr zu Wartenberg (Syców),
Graf Jan Schlowski von Schlowitz (Ort in Böhmen)
Rat des Königreichs Böhmen Seiner Königlichen Majestät, Seifried Ribisch
im monat Mayo 1566 jahrs.

in den Jahren 1566 bis 1567 mit Korrekturen, die 1617 bis 1618 eingetragen wurden.

Folwerckh, zum Vergleich
Krczowicze, Chrzumptzicze, Zlotnickhi, Gorkhy und Forwerch Wyno.

Die genannten Urbare erfassen das ganze Herzogtum Opole, ich habe nur die für Folwark interessanten Informationen kopiert.

Wir sind in den Zeiten angekommen, in denen in den Schlossurbaren zum ersten Mal in der Geschichte die Namen der Einwohner von Folwark aufgezeichnet wurden. Das geschah nicht, weil die Folwarczanie nun wichtig geworden wären, sondern damit der Herr auf dem Schloss wusste, von wem er was und wie viel verlangen konnte. Bis 1534 war Folwark Eigentum des Herzogs auf dem Schloss. Die Einwohner waren, wie das Land, sein Eigentum, es zählte die arbeitsfähige „Seele“. Die Menschen waren ein Werkzeug, das so viel arbeiten musste wie nötig, damit der Herr auf dem Schloss mit seinem Gefolge gut leben und zahlreiche Kriege mit seiner „Familie“ führen konnte.

Da das System der polnischen Feudalwirtschaft für die „aufgeklärten“ Piasten wenig ertragreich war, führten sie die Lokation von Dörfern nach deutschem Recht ein. Zuerst siedelten sie im 13. Jahrhundert Kolonisten an und in den folgenden Jahren langsam die „alten“ Dörfer um. Und so mussten 300 Jahre vergehen, bis 1534 unser Folwark nach Magdeburger Recht gegründet wurde. Den Bauern wurden Stücke Land zugeteilt (meist 1 Hufe, also etwa 16,5 ha) und gegen entsprechende Gebühr verpachtet. Die Gebühren waren in den einzelnen Dörfern verschieden. Außer dem Geldzins zahlten die Bauern mit Getreide, Hühnern, Eiern, Schweinen und Rindern. Aber die Fron, jetzt schon geregelt (kaiserliches Edikt vom 24. März 1526), mussten sie an einer bestimmten Zahl von Tagen auf dem Hof abarbeiten. Diese zusätzlichen (unbezahlten) Pflichten und Arbeiten waren in den einzelnen Dörfern ebenfalls verschieden. Zu allen Leistungen für das Schloss kamen Pflichtleistungen an die Stiftskirche in Opole und Meschne für die Pfarrkirche in Chrząszczyce, der sogenannte Zehnt (jede zehnte Garbe). Der Garbenzehnt konnte in Geld umgewandelt werden.

Die Urbare hatten in der Praxis zwei Bedeutungen. Erstens kannte der Besitzer seine finanzielle Lage (womit er von seinen Untertanen rechnen konnte), zweitens wechselte unser Land ständig die Besitzer, also war es für den neuen Besitzer wichtig zu wissen, was er erhielt oder eroberte. Aus der Geschichte wissen wir, dass das Herzogtum Opole auch für Schulden verpfändet wurde.
Die schlesischen Urbare, besonders die von Opole, gelten als die genauesten, weil sie nach Augenschein aufgezeichnet wurden, das heißt, die Kommission prüfte vor Ort die Angaben, wer wie viel pachtete. Daher finden wir viele Bemerkungen der Kommission, die den Bau neuer Teiche auf Ödland empfehlen, oder wie für Folwark den Vorschlag, Schweine (Eicheln) in den Eichenwäldern zwischen Folwark und Winów zu weiden. Für die Weide nahm das Schloss später eine Gebühr von 1 Mark vom ganzen Dorf.
Im Urbar von Opole finden wir auch die Information, dass im Dorf Winów, wo es 5 Bauernhöfe gab, die Bauern ausgekauft (ausgesiedelt) wurden und ein typisches „Vorwerk“ gegründet wurde. Es wurde ein Schafstall gebaut, in dem man über den Winter 800 Schafe für den Bedarf des Schlosses halten konnte. Ähnlich kaufte ein gewisser Ritter Heinrich Buchta alles Land in Domecko auf und gründete ein „Vorwerk“. Für den Besitzer war das günstig, denn das Land wurde teils mit unbezahlter Fronarbeit bebaut, und teils erhielten sie dafür 2/3 der Ernte und gaben 1/3 an das Schloss ab.

Auf der Karte sind die Dörfer mit dicken Strichen markiert. Ein dicker Strich bedeutet etwa 5 Bauern, Pächter. Folwark hat /, Górki //, Chrzowice //, Chrząszczyce ////, Złotniki ////. Zu sehen ist auch der See in Złotniki, aus dem die Folwarczanie Fische zum Schloss in Opole liefern mussten. Die Dörfer Chrząszczyce, Złotniki und Chrzowice gehörten nicht zu Opole, sondern zum Schloss in Prószków, wo gegenüber dem Grafen Proszkowski etwas andere Pflichten galten. Leider gingen die Schlossurbare für die Stadt Prószków im Zweiten Weltkrieg verloren, und wir werden sie wohl nicht mehr finden. Ich habe jedoch die Pflichten der Bauern (und ihre Namen) von Chrząszczyce, Złotniki und Chrzowice in meinen Unterlagen, sie standen wegen des Garbenzehnten an das Stift in Opole zusammen mit dem Schloss Opole. Nach dem „Übersetzen“ gebe ich sie auf der Seite zum Vergleich mit unserem Folwark an.

Karte erarbeitet von Dr. S. Gołachowski

Oben die Höhe des Pachtzinses im Jahr 1566 mit Korrekturen im Jahr 1618 für das Dorf Folwerckh
heute das Dorf Folwark

1. Simon Vkleya gestrichen, (und ab 1617) eingetragen Martin Stach: hält 1 Hufe Land (Zins). Davon bis zum Michaelstag (29. September): 1 ungarischer Florin, 1 Schulder sowie 2 Hühner, 2 Scheffel Hafer (1 Scheffel etwa 75 Liter), 15 Eier (hinzugefügt). Von den übrigen Teilen des Landes, die er bisher nutzte, muss er ab diesem Jahr (1573) jedes Jahr zusätzlich 24 Groschen zahlen.

2. Viczekh Lakotta gestrichen, (und ab 1617) eingetragen Hedwigis Lakottowa Wittig: hält 1 Hufe Land (Zins). Davon bis zum Michaelstag (29. September): 1 ungarischer Florin, 1 Schulder, zwei Hühner, 2 Scheffel Hafer (1 Scheffel etwa 75 Liter), 15 Eier.

3. Blasnickh Blaziey gestrichen, (und ab 1617) eingetragen Blazekh Pleszka: hält 1 Hufe (Zins). Davon bis zum Michaelstag (29. September): 1 ungarischer Florin, 1 Schulder sowie 2 Hühner, 2 Scheffel Hafer und 15 Eier.

4. Caspar Jaschkulkha gestrichen, (und ab 1617) eingetragen Thomekh Czolekh: hält 1 Hufe Land (Zins). Davon bis zum Michaelstag (29. September): ½ ungarischer Florin (korrigiert auf 1 ungarischen Florin), ½ Schulder (korrigiert auf 1 Schulder), 1 Huhn (korrigiert auf 2 Hühner), 1 Scheffel Hafer (korrigiert auf 2 Scheffel Hafer), ½ Mandel Eier (korrigiert auf 1 Mandel Eier) (am Rand hinzugefügt: Nota, dieser Kaspar Jasskulka kaufte für sich von Steffan Kureckh eine halbe Hufe und muss nun beide Abgaben leisten).

5. Maczeckh (der Name Maczeckh wurde 1617 korrigiert auf) Walekh Rogosch: hält 1 Hufe Land. Zins davon zum Michaelstag (29. September): 1 ungarischer Florin, 1 Schulder, 2 Hühner, 2 Scheffel Hafer, 15 Eier. Am Rand hinzugefügt: Und von dem Stück Land, das er bisher (ohne Abgabe) nutzte, muss er ab Michaelis (29. September 1573) als zum seinen hinzugefügt jährlich 18 Groschen zahlen.

6. Bienieckh Zwoneckh gestrichen, (und ab 1617) eingetragen Gregor Lakotta: hält 1 Hufe Land (Zins). Davon bis zum Michaelstag (29. September): 1 ungarischer Florin, 1 Schulder, 2 Hühner, 2 Scheffel Hafer, 15 Eier.

7. Steffan Kureckh: hält 1/2 Hufe Land (Zins). Bis zum Michaelstag (29. September): ½ ungarischer Florin, ½ Schulder, 1 Scheffel Hafer, 1 Huhn, ½ Mandel Eier (am Rand als Nota hinzugefügt). An dieser Stelle wurde ein Gärtner namens Stanek Kusia angesiedelt. Er nutzt 1 Garten. Er muss (als Zins) von Michaelis dieses Jahres (1576) bis Michaelis (jährlich) 48 Groschen abführen. Zu diesem Garten wurde ihm auch erlaubt, ein Stück Land zu bewirtschaften (an der winer granicz, das betrifft den Rzykos) für einen Kaufpreis von 12 Talern. Ohne Zins zu nutzen ab dem 24. April 1578. Dann wurde der Name Stanek Kusia gestrichen und Blasien Scholcz geschrieben. Dann wurde der Name Blasien Scholcz gestrichen und 1617 mit roter Tinte Andres Mimecz geschrieben.

8. Gendra gestrichen (und ab 1617) eingetragen Woytekh Zagrodnig: hält 1 Garten (Zins). Davon bis zum Michaelstag (29. September): 14 Groschen, 4 Hühner. Hinzugefügt: Nota, AD 1599 wurde ihm derselbe Zins festgelegt, den Blasien Scholcz auf dem ihm (zugeteilten) Garten zahlt, weil er nicht auf dem „Hof, Schloss“ arbeitet, und er gibt jährlich 1 Taler 12 Groschen.

Erklärung: 1 Hufe (łan) = 1 huba = etwa 66 preußische (Magdeburger) Morgen, 1 Magdeburger Morgen = 0,2553 ha
1 ungarischer Florin = 54 Groschen
1 Florin = 36 Groschen
1 Taler = 36 Groschen (in den Urbaren von Opole gerechnet: 1 Taler = 34 Groschen)
1 Schock (kopa, Mandel) = 60 Stück
1 Groschen = 2 Kreuzer = 12 Heller
1 Fuder = Ladung eines Wagens
1 Scheffel (korzec) = 4 Viertel = 16 Metzen = 64 Maß (Sch. = Schüttmaß, etwa 75 Liter)
1 Schulder = ?? (keine Entsprechung gefunden)
1 Malter = 12 Scheffel (Getreidemaß, etwa 600 kg)
1 Garben = 1 Garbenzehnt in Naturalien
Zehendt = Kirchenzehnt
Meschny = Abgabe an den Pfarrer

Hinweis: Die Werte der Münzen in Schlesien änderten sich im 16. Jahrhundert stark und wurden verschieden umgerechnet, deshalb kann es in meiner Übersetzung gewisse Abweichungen geben.

Andere Abgaben:
Auf diesen (Folwarker) königlichen Gütern gibt es einen See, den ein Fischer aus Opole namens Gyleckh nutzt, für die Nutzung zahlt er einen Zins von 6 Florin 24 Groschen, hinzugefügt (oder 5 Taler), zahlbar am Jakobstag (25. Juli).
Im Dorf gibt es auch zwei Häusler namens Waczlaw Jaschkulka und Stefan Scholtis, sie zahlen nichts und erklären: Sie müssen auf dem Schlosshof die Arbeiten verrichten, die man ihnen befiehlt, und bekommen dafür weder zu trinken noch zu essen (1617 mit roter Tinte hinzugefügt: Sie zahlen vom Hauptvieh 4 Groschen, von Rind und Schwein 7 Groschen, vom Kleinen 4 Groschen, und sie lügen wie alle).
Auf diesen (Folwarker) Gütern gibt es auch einen Eichenwald. Wenn die Eicheln fallen, kann man in diesen Wald 3 Schock Schweine treiben.
Vom Ausschank (Bier) geben sie jährlich 1 Mark.
Das Dorf gibt jährlich dem Schloss 1 Schwein (hinzugefügt: dafür geben sie 5 Taler).

Den Zehnten geben sie an die Kirche in Opole (dem Archidiakon), von jeder Hufe Land 10 Groschen. Die Abgabe an den Pfarrer in Chrząszczyce von jeder Hufe Land ½ Scheffel Getreide und ½ Scheffel Hafer.

Robott.
Fronarbeiten.

Die Fron müssen sie wie alle Dörfer abarbeiten (nach der landtsordnung, dem Gesetz über die Fronarbeit im Herzogtum Opole und Racibórz vom 24. März 1562, Edikt Kaiser Ferdinands I.). Das Edikt kann man auf der vorherigen Seite (Pofyrtane dzieje Folwarku) zu lesen versuchen, es ist in Alttschechisch geschrieben, denn das galt damals in Folwark neben Altdeutsch und Altpolnisch.
Die Folwarczanie:
Zusätzlich waren sie verpflichtet zum Fischfang im Teich von Złotniki, die im See von Złotniki gefangenen Fische müssen sie zum Schloss liefern. Sie müssen an den Jagden teilnehmen und das Wild mit Netzen zusammentreiben.

Zusammenfassung: die jährlichen Abgaben der Einwohner von Folwark an das königliche Schloss in Opole.

Ansässige Leute zusammen 10 (darunter 2 Häusler), sie pachten 6 Hufen Land, Pachtzins zahlbar zu Michaelis (29. September), zusammen 6 ungarische Florin 14 Groschen, Hafer 1 Malter (etwa 600 kg) (das sind 12 Scheffel, wenn 1 Scheffel = 75 Liter, das sind etwa 50 kg), 16 Hühner, etwa 135 Eier, 1 Schwein und 6 Schuldern (Schuldern: eine Schuldeinheit, ich habe keinen Umrechnungswert gefunden, um den Wert von 1 Schulder zu bestimmen).

In den Urbaren wurde nicht die Zahl der Einwohner angegeben, nur die der Bauern, die Land pachteten. Nimmt man an, dass eine Familie im Durchschnitt etwa 6 Personen zählt, wohnten in Folwark zusammen etwa 60 Personen.

Dorf Krczowicz (Dorf Chrzowice, alles Land in Chrzowice gehörte zum Schloss in Prószków). Pflichten der Bauern in Chrzowice in den Jahren 1566-1618.

1 - Wienczeckh Nebiess pachtet ¾ Hufe (etwa 12 ha). Pachtzins zu Michaelis (29. September) 1 ungarischer Florin, 10 Gr. Abgabe wegen der hohen Gerichtsbarkeit des Schlosses, 3 Hühner, 30 Eier und 5 Gr. Abgabe für die Wache.

2 - Gendrzey Wyschkwara pachtet ¾ Hufe (etwa 12 ha). Pachtzins zu Michaelis (29. September), Höhe wie oben.

3 - Petter Jaschkulka pachtet 1 Hufe und 8 Magdeburger Morgen. Pachtzins zu Michaelis (29. September) 1 ungarischer Florin und 18 Gr. Abgabe: 4 Hühner, 43 Eier, Oberrecht 11 Gr. Abgabe wegen der hohen Gerichtsbarkeit des Schlosses, 5 Gr. Abgabe für die Wache.

4 - Blazieckh Obima pachtet ½ Hufe. Pachtzins zu Michaelis (29. September) 42 Gr., 2 Hühner, 20 Eier, 4 Gr. für die Wache zu Weihnachten. Zusätzlich pachtet er ½ Hufe frei von Abgabe, Zins davon 24 Gr. zahlbar zu Michaelis.

5 - Jan Morowsky pachtet ¾ Hufe (etwa 12 ha). Pachtzins zu Michaelis (29. September) 66 Gr. Abgabe 5 Hühner, 50 Eier, 5 Gr. für die Wache. Zusätzlich hält er eine Mühle, davon zahlt er zu Michaelis 12 Gr. sowie als Abgabe 1 Viertel (18,5 Liter Grütze), 4 Hähne.

6 - Stach Zawrot pachtet ¾ Hufe (etwa 12 ha). Pachtzins zu Michaelis (29. September) 1 ungarischer Florin. Abgabe: 10 Gr. wegen der hohen Gerichtsbarkeit des Schlosses, 5 Gr. für die Wache sowie 3 Hühner, 30 Eier.

7 - Kuba Kotisch pachtet ¾ Hufe (etwa 12 ha). Pachtzins zu Michaelis (29. September) 1 ungarischer Florin. Abgabe: 10 Gr. wegen der hohen Gerichtsbarkeit des Schlosses, 5 Gr. für die Wache sowie 3 Hühner, 30 Eier.

8 - Jakob Schirch pachtet ¾ Hufe (etwa 12 ha). Pachtzins zu Michaelis (29. September) 1 ungarischer Florin. Abgabe: 10 Gr. wegen der hohen Gerichtsbarkeit des Schlosses, 3 Hühner, 30 Eier. Außerdem pachtet er einen See, dafür zahlt er 4 Gr. zu Michaelis.

9 - Woyteckh Schirch pachtet ein Haus, Zins 9 Groschen.

10 - Pawel Otisch pachtet ebenfalls ein Haus, Zins 9 Groschen.

Dorf, Abgaben zusammen: 1 Bulle an das Schloss in Prószków. Den Garbenzehnten führen sie an den archidiacono (Stift) in Opole ab. Die Kirchenabgabe von jeder Hufe: 2 Scheffel Hafer (150 Liter) geben sie dem Pfarrer aus Chrzumpicz. Auf den Schlossgütern in Krczowice gibt es auch einen Eichenwald, wenn die Eicheln reif sind, kann man mehr oder weniger 180 Schweine weiden. Das ganze Dorf zahlt jedes Jahr auch 54 Gr. für einen See. Der Wirt zahlt vom Bierausschank 1 Gr. je Fass an das Schloss Prószków. Auf diesen Schlossgütern gibt es auch eine Wiese namens „Mnyszka“, wenn das Wasser beim Hochwasser keinen Schaden anrichtet, kann man davon 3 Fuhren (Heu, Gras) ernten. Jenseits der Oder gibt es auch ein dazugehöriges Gelände, das man für den Fischbesatz nutzen kann.

Robott: Fronarbeiten

Die Arbeiten für das Schloss gelten für alle Bauern und ihre Frauen, ebenso wie in allen übrigen Dörfern (siehe das kaiserliche Edikt Ferdinands I.).

Zusammenfassung. Das Dorf zählt 10 Ansässige, darunter zwei Häusler. Sie pachten zusammen 6 und 3/4 Hufen. Den Pachtzins zahlen sie zu Michaelis, zusammen 6 ungarische Florin (in muncz = das heißt in aktueller Währung 4 Taler 26 Groschen, es müssten 4 Taler 4 Groschen sein, gerechnet den Taler zu 34 Groschen). Die Abgabe für das „Oberrecht“, die hohe Schlossgerichtsbarkeit, zahlt das Dorf mit 2 Talern 3 Groschen, Wächter geldt (für die Wache) 1 Taler 4 Groschen, Hühner 30, Eier 4 Mandeln (zu 60 Stück) + 23 = 263 Stück, 1 Bulle, Hirsegrütze (1 Viertel = 18,5 Liter).

Dorf Chrzumptzicz (Chrząszczyce, alles Land in Chrząszczyce gehörte zum Schloss in Prószków).

1 - Barteckh Piechota pachtet 1 ½ Hufen, Pachtzins zahlbar zu Michaelis (29. September) 36 Gr. Abgabe für die Wache 9 Gr., zahlbar zu Weihnachten. Er pachtet auch ein Stück Land, dafür gibt er 3 Garbenzehnte an das Schloss Prószków.

2 - Lampert Baruld pachtet 1 Hufe, Pachtzins zahlbar zu Michaelis 24 Gr. Abgabe für die Wache 6 Gr.

3 - Woyteckh Maloch pachtet 1 ½ Hufen, Pachtzins zahlbar zu Michaelis 39 Gr. Abgabe für die Wache 9 Gr.

4 - Grzegorz Scholtis (im Urbar steht als Name scholtis = Schulze, aus der Eintragung der Pflichten geht hervor, dass Grzegorz die Rolle des Schulzen ausübte) pachtet 2 Hufen frei von Zins. Vom Bierausschank gibt er jährlich zu Michaelis 60 Gr., dagegen 12 Gr. (holumkhengedt), eine Gebühr, die von freien Bauern und Schulzen anstelle der Pflicht zum Waffendienst auf dem Schloss erhoben wurde (für die ständigen Schlosswachen). Abgabe 6 Hühner. Zusätzliche Pflichten als Schulze: Er muss die „Robott“, die Fron, beaufsichtigen und bei diesen Arbeiten anwesend sein. Er muss auch den Teich auf den Gütern von Złotniki bewachen.

5 - Jann Zielasny pachtet 1 ½ Hufen Land, davon zahlt er Zins zu Michaelis 40 Gr. Abgabe: 1 Scheffel Hafer, 2 Hühner, 15 Eier und 9 Gr. für die Wache. Er pachtet auch ein Stück Land, von dem das Schloss in Prószków 1 Garbenzehnt erhält.

6 - Wargin Gemza pachtet 1 ½ Hufen Land, davon zahlt er Zins zu Michaelis 36 Gr. Abgaben: 1 ½ Scheffel Hafer, 3 Hühner, 1 ½ Mandeln Eier und 9 Gr. für die Wache.

7 - Kuba Slota pachtet 1 Hufe Land, Zins zahlbar zu Michaelis 24 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache. Er pachtet auch Ödland für einen Zins von 1 Garbenzehnt.

8 - Gurga Lackott pachtet 1 ½ Hufen, Zins zahlbar zu Michaelis 36 Gr. Abgaben: ½ Scheffel Hafer, 1 Huhn, ½ Mandel Eier (30 Stück) sowie 9 Gr. für die Wache. Er pachtet auch Ödland, als Zins 1 Garbenzehnt.

9 - Petter Malickh pachtet 1 ½ Hufen, davon zahlt er Zins zu Michaelis 36 Gr. Abgaben 1 ½ Scheffel Hafer, 3 Hühner, 1 ½ Mandeln Eier sowie 9 Gr. für die Wache.

10 - Gendrzey Polackh pachtet 1 ½ Hufen, davon zahlt er Zins zu Michaelis 84 Gr., Abgabe 9 Gr. für die Wache. Außerdem nutzt er 1 Stück Ödland und ein Stück Land für einen Zins von 1 Garbenzehnt.

11 - Urban Garbala nutzt 1 Hufe Land, davon Zins zahlbar zu Michaelis 36 Gr. Abgaben: 2 Hühner, 1 Mandel Eier, 1 Scheffel Hafer sowie 6 Gr. für die Wache. Außerdem nutzt er einen Garten, dafür zahlt er zu Michaelis einen Zins von 12 Gr.

12 - Wawrzyn Bzdischeckh nutzt nur 1 Garten für einen Zins, zahlbar zu Michaelis, von 16 Gr.

13 - Martin Widelckha pachtet 1 ½ Hufen Land, Zins zahlbar zu Michaelis 36 Gr. Abgaben: 1 ½ Scheffel Hafer, 3 Hühner, 1 ½ Mandeln Eier (90 Stück) sowie 9 Gr. für die Wache. Außerdem nutzt er ein Stück Ödland für 1 Garbenzehnt.

14 - Martin Metko pachtet 2 Hufen Land, Zins zahlbar zu Michaelis 72 Gr. Abgaben 12 Gr. für die Wache.

15 - Woyteckh Wietschureckh pachtet 1 ½ Hufen Land, Zins zahlbar zu Michaelis 24 Gr. Abgaben: 1 Scheffel Hafer, 2 Hühner, 1 Mandel Eier (60 Stück) sowie 6 Gr. für die Wache.

16 - Stzassny Zialondeckh pachtet ½ Hufe Land, Zins zahlbar zu Michaelis 12 Gr. Abgaben: ½ Scheffel Hafer, 1 Huhn, ½ Mandel Eier sowie 3 Gr. für die Wache. Außerdem nutzt er einen Garten, dafür zahlt er 12 Gr. und 2 Hühner.

17 - Jan Stroz pachtet ½ Hufe Land, Zins zu Michaelis 12 Gr. Abgaben: ½ Scheffel Hafer, 1 Huhn, ½ Mandel Eier sowie 3 Gr. für die Wache. Er pachtet auch einen Garten für einen Zins von 12 Gr. sowie 1 Stück Ödland für 1 (garben) Garbenzehnt.

18 - Waczlaw Jura pachtet 1 Garten für einen Zins, zahlbar zu Michaelis, von 12 Gr. Abgabe 2 Hühner.

Bemerkungen der Kommission.

Das oben genannte Ödland können die Bauern, um die Abgabe zu entrichten, einsäen, dazu brauchen sie 24-26 ½ Scheffel. Auf den Gütern des Dorfes gibt es einige Wiesen, von denen man jedes Jahr etwa 8 Fuhren (Heu, Gras) ernten kann. Auf den Gütern des Dorfes unterhalb des Sees von Złotniki gibt es auch einen Wald, auf dem man Wiesen anlegen oder einen Teich (einen kleinen See) bauen könnte. Die Leute würden dadurch aber zusätzlich mit Arbeit belastet und wären gezwungen, die Nachbardörfer um Hilfe zu bitten. Das ganze Dorf gibt jährlich als Abgabe 1 Ochsen (zusammen mit Domeczky und Ochose). Den Zehnten geben sie an das Dekanat in Opole, 2 Mark. Meschne (Abgabe an den Pfarrer) geben sie ihrem Pfarrer: von jeder Hufe 2 Scheffel (1 Scheffel Getreide und 1 Scheffel Hafer).

Robott: Fron.

Seit sie dem neuen (landtsordnung), dem neuen Recht (kaiserliches Edikt Ferdinands I.) unterworfen wurden, beutet sie Graf Pruszkowsky bei vielen Arbeiten auf seinem Schloss sehr hart aus (Beschwerde, von der Kommission aufgezeichnet).

Zusammenfassung der Erfassung:
Im Dorf (1566) wohnen 18 Bauern, sie pachten 20 ½ Hufen Land. Das Ödland auf diesen Gütern kann bewirtschaftet werden (einzusäen mit 2 Malter und 2 ½ Scheffel = 24 Scheffel + 2 ½ Scheffel, so viel braucht man zum Einsäen). Das Dorf zahlt den Pachtzins zu Michaelis (29. September), zusammen 19 Taler 25 Gr. Für die Wache 3 Taler und 12 Gr. Holomken gelt (für die Pflicht zum Waffendienst) 12 Gr. Abgaben: 9 Scheffel Hafer, 28 Hühner, 2 Schock 15 Eier und 1 Ochse.

Bei 6 Personen pro Familie konnten damals in Chrząszczyce etwa 108 Personen wohnen.

Dorf Zlotnickh (in den Jahren 1566-1618) (Dorf Złotniki, alles Land in Złotniki gehörte zum Schloss in Prószków).

1 - Francz Diebala pachtet 1 ½ Hufen Land. Zins zahlbar zu Michaelis 27 Gr., Pfingsten 27 Gr., Fastnacht 27 Gr. Zu Weihnachten 9 Gr. für die Wache. Er hat auch 18 Pin peuten = 18 Baumbeuten.
Baumbeute: eine zur Bienenzucht ausgehöhlte Kammer im Inneren eines Baumstamms. Die Beuten lagen meist in Eichen und Kiefern, seltener in Hainbuchen, Buchen oder Linden. Man nutzte natürliche Höhlungen, meist waren sie jedoch eigens ausgehöhlt.

2 - Jan Gaffion pachtet 1 ½ Hufen Land. Zins zahlbar: 26 Gr. zu Pfingsten, 26 Gr. zu Michaelis sowie 26 Gr. zu Fastnacht. Für die Wache 9 Gr.

3 - Jan Niebiess pachtet 1 ½ Hufen Land. Zins wie oben.

4 - Woyteckh Goras pachtet 1 Hufe Land. Zins zahlbar 25 Gr. zu Pfingsten, 25 Gr. zu Michaelis, 25 Gr. zu Fastnacht sowie 6 Gr. für die Wache. Zusätzlich pachtet er 1 Garten, auf dem er wohnt, davon zahlt er 6 Gr. zu Fastnacht sowie als Abgabe 2 Hühner.

5 - Waleckh Malickh pachtet 1 Garten, Zins 1 Mark, zahlbar zu Michaelis. Außerdem pachtet er ein Stück Ackerland und 1 Wiese, davon gibt er als Abgabe 2 Hühner.

6 - Maczeckh Gutsch pachtet 1 Garten, 1 Stück Land und 1 Wiese. Zins 1 Mark, zahlbar zu Michaelis, sowie als Abgabe 2 Hühner.

7 - Thomas Kreth pachtet 1 Hufe Land. Zins zahlbar zu Fastnacht 32 Gr., zu Pfingsten 32 Gr. und zu Michaelis 32 Gr. Für die Wache 6 Groschen.

8 - Petter Krull pachtet 3 Gärten. Zins zahlbar zu Michaelis 36 Gr. Abgabe 2 Hühner.

9 - Mikulass Zienczeckh pachtet 1 Hufe Land. Zins zu Fastnacht 25 Gr., Pfingsten 25 Gr., Michaelis 25 Gr. Für die Wache 6 Gr. Zusätzlich pachtet er 1 Garten (Ödland, Brache), für den er 9 Gr. Zins und als Abgabe 2 Hühner zahlt.

10 - Petter Stolarz pachtet 1 Hufe Land vom Szolcz (Schulzen). Den Zins zahlt er dem Szolcz (Schulzen), 1 Mark zu Michaelis. Außerdem pachtet er 1 Garten vom Szolcz (Schulzen), dem er 24 Gr. Zins zahlt. Abgaben: 4 Hühner und 60 Eier. Er bearbeitet das Feld des Schulzen und arbeitet zusätzlich beim Jäten, Grasmähen, muss für ihn aufräumen und beim Holzeinschlag arbeiten. Er arbeitet auch beim Waschen und Scheren der Schafe.

11 - Waczlaw Rackh pachtet 1 Hufe Land. Zins zahlt er zu Fastnacht 25 Gr., Pfingsten 25 Gr., Michaelis 25 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten.

12 - Kuba Piechota pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 32 Gr., 32 Gr., 32 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten.

13 - Waczlaw Vliczkha pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 32 Gr., 32 Gr., 32 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten. Er hält auch 11 Bienenbeuten.

14 - Simon Warlowsky pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 32 Gr., 32 Gr., 32 Gr. und 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten. Er hält auch 12 Bienenbeuten.

15 - Urbann Krall pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 25 Gr., 25 Gr., 25 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten. Er hält auch 8 Bienenbeuten.

16 - Petter Miczula pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 25 Gr., 25 Gr., 25 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten. Er hält auch 4 Bienenbeuten.

17 - Pawel Zenczekh pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 32 Gr., 32 Gr., 32 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten.

18 - Jacob Plochem pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 32 Gr., 32 Gr., 32 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache zu Weihnachten.

19 - Urban Sawrott pachtet 1 Hufe Land. Zins wie oben 32 Gr., 32 Gr., 32 Gr. sowie 6 Gr. für die Wache. Zusätzlich pachtet er 1 Garten (Ödland) für 9 Gr. Zins sowie als Abgabe 2 Hühner. Er hält 12 Bienenbeuten.

20 - Jakob Malickh pachtet 1 Hufe Land. Zins zu Michaelis 1 ungarischer Florin und 1 Gr. Für die Wache 6 Gr. Zusätzlich sät er 1 Stück Land für das Schloss Prószków ein, für 3 Garbenzehnte an das Schloss. Er hält auch 10 Bienenbeuten.

21 - Grzegorz Prziwara pachtet 1 Hufe Land. Zins 1 ungarischer Florin 1 Gr. zu Fastnacht sowie 6 Gr. für die Wache. Außerdem pachtet er 1 Stück Brache, für das er 3 Gr. Zins und als Abgabe 1 Huhn zahlt.

22 - Mates Glapil pachtet 1 Garten. Zins 36 Gr. zu Fastnacht, Abgabe 2 Hühner.

23 - Pawel Fiat pachtet 1 Hufe Land. Zins 1 ungarischer Fl. und 1 Gr., zahlbar zu Pfingsten. Zusätzlich pachtet er 1 Garten (Brache) für 6 Gr. Zins und als Abgabe 2 Hühner. 6 Gr. zahlt er für die Wache. Er hält auch 4 Bienenbeuten.

24 - Stenczel Scholcz pachtet 4 Hufen Land, frei von Zins. Von diesen 4 Hufen pachtet Petter Stolarz 1 Hufe (wie oben angegeben). Scholcz zahlt keinen Zins, nur holomken gelt, eine Gebühr von freien Bauern (und Schulzen) anstelle der Pflicht zum Waffendienst auf dem Schloss. Er hält auch 10 Bienenbeuten.

25 - Hans Mlinarz pachtet 1 Mühle im verlassenen Dorf MEDAR mit 1 Gang für Mehl und einem eigenen Rad zum Herstellen von Grütze. Zins zahlbar zu Michaelis 2 Malter Getreide = 24 Scheffel = etwa 1800 Liter.

Abgaben und Zinsen in Zlotnickh.

Das Dorf gibt jährlich 1 guten Ochsen zu Michaelis (29. September). Sowie Hühner, wenn auf dem Schloss Prószków angesehene Gäste weilen, jeder 1 Huhn.

Der Zehnt. Zehend geben sie dem archidiacono (Stift in Opole), zusammen 3 Mark. Meschny (Abgabe an den Pfarrer) geben sie dem pfarrer zu Dumpschicz (gemeint ist Chrzumptzicz) von jeder huben 1 scheffel korn und 1 scheffel haber.
Auf den Gütern von Złotniki gibt es 14 Hufen Brache (Ödland). Diese zu Złotniki gehörenden Ländereien lässt der Schlossbesitzer die Bauern aus Krzumpicz (Chrząszczyce), Gumprachticz (Komprachcice) und Boguschicz (Boguszyce) bewirtschaften. Auf den Gütern von Złotniki gibt es einen großen See (Teich), in den man etwa 80 Sch. einsetzen kann (1 Schock = 60 Stück). Es gibt noch einen See, der zur Hälfte auf den Gütern des Dorfes Medar liegt (das Dorf besteht zu dieser Zeit nicht mehr). Auf den Gütern des Dorfes Medar gibt es auch einen kleinen Teich für die Mühle, zugewachsen. Das Recht zum Bierausschank besitzt die Grafschaft Prószków.

Robott: Fronarbeiten.

Das Dorf ist zur Fronarbeit verpflichtet wie alle anderen Dörfer im Herzogtum Opole, gemäß dem kaiserlichen Edikt.

Zusammenfassung:

Im Dorf Zlotnickh (Złotniki) wohnen 25 Leute (Bauern), sie pachten 23 ½ Hufen Land. Die Brachen, 14 Hufen, lässt die Grafschaft einsäen. Zins zu Fastnacht 1 ungar. Fl. 1 Gr., in aktueller Währung 13 Taler 28 Groschen. Zu Michaelis 1 ungar. Fl. und 1 Gr., in aktueller Währung 18 Taler 24 Groschen. Zu Pfingsten 1 ungar. Fl. 1 Groschen, in aktueller Währung 12 Taler 20 Groschen. Gebühr für die Wache 3 Taler und 15 Groschen. Abgaben: 17 Hühner, Honig aus 89 Bienenbeuten, 1 (guter) Ochse. Getreide 2 Maldern (1 Maldern = 12 Scheffel = 900 Liter Getreide). Zins für den Schulzen (Stenczel Scholcz) 2 Taler und 4 Gr., 4 Hühner und 60 Eier. Hühner für das Schloss Prószków, wie der Graf es wünscht, jeder 1 Huhn. Holumkhengeldt: Gebühr des Schulzen anstelle der Pflicht zum Waffendienst auf dem Schloss, 12 Groschen.

Ungefähre Einwohnerzahl in Złotniki im Jahr 1566: etwa 150, bei 6 Personen pro Familie (je Bauer).

Dorf Gorkhy: Besitzer des Dorfes Górki war der Herzog auf dem Schloss in Opole.

1 - Janeckh Scholtis. 1617 gestrichen und eingetragen Stefan Maloschekh, pachtet 1 Hufe Land (für eine halbe Hufe vom Zins befreit), besitzt jedoch keinen Brief (keine Berechtigung zur Befreiung). Die andere Hälfte ist mit Zins belegt, zahlbar zu Michaelis in Höhe von 36 Gr. Holunkhengeldt (Gebühr für die Pflicht zum Waffendienst) 9 Gr. 1617 wurde Holumkhengeldt gestrichen und Blazekh Jelin hinzugefügt, was bedeuten würde, dass B.J. die Pflichten des Schulzen übernahm. Abgabe Stefan Maloschekh: 2 Hühner, 5 Eier sowie 2 Gr. für die Wache. Am Rand hinzugefügt: Zusätzlich überließ ihm der Burggraf (der das Schloss im Namen des Königs verwaltende Graf) in diesem Jahr (1573) 1 Garten (Brache) zur Pacht, für den er jedes Jahr zu Michaelis 36 Gr. Zins zahlen muss. Am Rand auch hinzugefügt: Anno 1617 kaufte der Schulze den genannten Garten (erblich) für 50 Taler und dazu noch 1 Taler.

2 - Lempart. 1617 gestrichen und eingetragen Blazekh Jelin, pachtet 1 Garten, Zins zahlbar zu Michaelis 24 Gr. (korrigiert) auf 18 Gr. Hinzugefügt: Anno 1573 verpachtete ihm der Burggraf, der Graf auf dem königlichen Schloss, ½ Hufe Brache, ohne den Zins zu ändern. Dann wurden 18 Gr. auf 36 Gr., zahlbar zu Michaelis, korrigiert.

3 - Kuba Mlineckh. 1617 hinzugefügt Blazekh Jelin, gestrichen und geschrieben Janekh Suchanek, pachtet 1 Hufe Land, Zins zahlbar zu Michaelis 72 Gr. Abgabe 2 Hühner, 10 Eier sowie 4 Gr. für die Wache.

4 - Stschasny Masur gestrichen und hinzugefügt Jonekh Suchanek, dann gestrichen und 1617 hinzugefügt Urban. Pachtet 1 Hufe Land. Zins zahlbar zu Michaelis 72 Gr. Abgabe: 2 Hühner, 10 Eier sowie 4 Gr. für die Wache. Hinzugefügt: Szczepan Kokott von 1 Garten, beginnend mit diesem Jahr (1580) zu Michaelis 24 Gr. Im Jahr 1617 Szczepan gestrichen, hinzugefügt Kuba und als Nota Gärtner.

5 - Kuba Stelar, gestrichen 1617 und hinzugefügt Malthus Tlug, pachtet 1 Hufe Land. Zins 72 Gr. Abgaben: 2 Hühner, 10 Eier. 4 Gr. für die Wache.

6 - Jan Gomola, 1617 gestrichen und eingetragen Waleckh Heyduckh, pachtet 1 Hufe Land, zahlt 72 Gr., 2 Hühner, 10 Eier und 4 Gr. für die Wache.

7 - Kuba Kasparuw, 1617 gestrichen und eingetragen Matthus Ouswaldt, pachtet 1 Hufe Land, zahlt 72 Gr., 2 Hühner, 10 Eier und 4 Gr. für die Wache.

8 - Urban Borowy, 1617 gestrichen und eingetragen Bartek Bleska, pachtet 1 Hufe Land, zahlt 72 Gr., 2 Hühner, 10 Eier und 4 Gr. für die Wache.

9 - Bienieckh, 1617 gestrichen und eingetragen Justina Stellmasska, dann den Namen Justina gestrichen und Christina geschrieben, pachtet 1 Hufe Land, zahlt 72 Gr., 2 Hühner, 10 Eier und 4 Gr. für die Wache.

10 - Wiczekh Mlineckh, 1617 gestrichen und geschrieben Warzin Ssaya, pachtet 1 Hufe Land, zahlt 72 Gr., 2 Hühner, 10 Eier und 4 Gr. für die Wache, zahlbar zu Michaelis. Hinzugefügt: Waczlaw Rakh zahlt für die Pacht von 1 Garten zu Michaelis (1576) 24 Gr. 1617 Waczlaw Rakh gestrichen und Janek Nawara geschrieben.

11 - Staneckh Masur pachtet, Staneckh Masur gestrichen und 1617 geschrieben Stephan Kalus, von 1 Garten (Brache) zahlt er 6 Gr. zu Michaelis.

(Der nächste, der 12. Untertan, war wahrscheinlich ein Bauer (Gärtner), der dem Vorwerk Winów zugeordnet war.) Das Dorf Winów wurde 1412 in ein Vorwerk umgewandelt, gegründet nach herzoglichem, polnischem Recht beim Schloss Opole. Die Bauern, die vorher die Güter von Winów nutzten (wahrscheinlich 4 Familien), wurden ausgekauft und in andere Dörfer umgesiedelt. In den Urbaren von 1566 steht, dass es früher (4 pauern, Bauern) gab, jetzt „Wyno“, das als Vorwerk dem Schloss angeschlossen wurde. Auf Anweisung des Grafen Hansen Oppersdorff mit Erlaubnis „Seiner Hoheit des Römischen Kaisers“.
12 - Woyteckh Reschka, 1617 gestrichen und geschrieben Kuba Cholewa, pachtet 1 Garten, für den er 6 Gr. zahlt. Zusätzlich überließ ihm der Burggraf auf den Gütern von Górki 1 Wiese, die zum Vorwerk Winów gehörte, für die er ab Michaelis dieses Jahres (1574) zu jedem folgenden Michaelis 7 Vierdung Zins zahlt. Neben dem Eintrag oben hinzugefügt: 1617 Christekh Frey, Gärtner, zahlt für Ackerland, Wiese und Garten jährlich zu Michaelis 5 Taler.

Bezeichnung: (1 Schwere Mark = 4 Vierdung. 1 Vierdung = 48 Groschen.)
Schwer Mark, auch „grzywna“ genannt.
Außerdem gab es noch: Schwere Schockh (Kopa) = 60 Groschen.
1 Taler = 36 Gr., aber in den Urbaren des Schlosses Opole wurden nur 34 Groschen für 1 Taler gerechnet.

Bemerkungen der Kommission:
In der Umgebung (von Górki) gibt es viele Brachen, die vermessenen (in Parzellen geteilten) kann man als Ackerland behandeln. Jetzt wurden sie für einen Zins (1 Garbe), einen Garbenzehnt, eingesät. Zum Einsäen braucht man etwa 18 Scheffel.

Das ganze Dorf gibt zusammen zu Michaelis eine Kuh (in Klammern 1617 hinzugefügt: 5 Taler). Den Garbenzehnt geben sie an den (dechant zu Oppeln), das Kollegiatstift in Opole, oder sie kaufen sich mit etwa 10 Gr. pro Hufe frei. Meschne (Abgabe an den Pfarrer) geben sie dem Pfarrer in Krzumpicz = Chrząszczyce, von 1 Hufe 1 Scheffel Getreide und 1 Scheffel Hafer. Auf den Gütern von Górki gibt es auch Wiesen, die sich die Bauern angelegt haben. Es ist in den Vermessungen zu prüfen, ob ihnen die Wiesen zustehen.

Robott: Fronarbeiten
Sie sind (durch die Landesverordnung) zur Fronarbeit verpflichtet: Pflügen, Grasmähen, Holztransport und anderes, wie andere Dörfer. Sie nehmen an Jagden teil und tragen die Netze. Sie müssen den Graben am Teich von Złotniki reinigen.

Zusammenfassung:
Das Dorf zählt 11 Gärtner, sie pachten 9 Hufen Land. Die Brachen auf beiden Seiten kann man mit 18 Scheffeln einsäen. Zins zahlbar zu Michaelis (29. September), zusammen: 19 Taler 2 Groschen (am Rand korrigiert: 20 Taler 22 Gr., dann korrigiert auf 21 Taler 6 Gr., hinzugefügt: von 1 Wiese 7 Vierdung). Gebühr für die Wache 1 Taler, korrigiert auf 34 Groschen. Holomkengeldt (für die Pflicht zum Waffendienst auf dem Schloss) 9 Gr., dann 9 Gr. gestrichen. Abgaben: 18 Hühner, 60 Eier, 1 Kuh.

Ungefähre Einwohnerzahl in Górki im Jahr 1566: etwa 66 Personen.

Forwerch Wyno: das Vorwerk Winów.

Dieses Vorwerk wurde vom jetzigen Grafen (Oberhauptman), Starost Hans von Oppersdorf (1575), mit Erlaubnis Seiner Kaiserlichen Majestät, des römischen Kaisers deutscher Nation Maximilian II., gegründet. Früher pachteten das Land 5 Bauern (Kmiecie), die ausgekauft und in andere Dörfer gesetzt wurden. Ihr Land wurde zusammengelegt und das Vorwerk gebildet. Das Land wurde im Herbst und im Frühjahr (Winter- und Sommersaat) mit etwa 20 Malter = 240 Scheffel eingesät. In Richtung Górki gibt es Brachen, die ebenfalls mit 18 Scheffeln eingesät werden. Dieses Vorwerk modernisiert der Graf Starost und betreibt jetzt auch folgende Zucht: anfangs 18 Milchkühe, 3 Kälber, 31 kleine und große Ochsen, 34 Schweine, 5 Ferkel, 15 Gänse, 90 Hühner.

Gegründet wurde auch ein Schafstall, in dem über 800 Schafe überwintern, die ein Schäfer betreut, derzeit gegen den Zehnten. Der Schafstall ist neu, gerade erst gebaut.

Mehr noch, bei diesem Vorwerk gibt es einen schönen großen Obstgarten mit Obstbäumen, den man moderner (städtisch) anlegen und ausbauen könnte. Das zwischen den Bäumen wachsende Gras kann man nutzen. Mehr noch, es gibt hier auch einen Gemüsegarten, dessen Ernte in der Küche verwendet wird, sowie einen Blumengarten (Rosen?), aus dem man einen Obstgarten machen könnte.

Im Vorwerk „setzte“ der Graf Starost 4 Gärtner an, denen er (die Gärten) mit Erbrecht verkaufte, gerechnet 20 Taler je Garten. Für den Besitz sind sie zu Robott, Fron, Zins und Abgaben verpflichtet, wie folgt:
Jeder Gärtner zahlt 12 Gr. Zins, Abgaben: 1 Gans, 2 Hühner, 60 Eier. Robotten: 2 Tage Hafermähen, 2 Tage Mähen und Rechen (Trocknen) von Gras, 2 Tage Heufahren, alle Arbeiten im Garten nach Bedarf. Beim Dreschen 16 Scheffel (ausdreschen). Zu ihren Pflichten gehört auch das Hüten von Rindern und Schweinen. Ihre Frauen müssen die Kühe melken und im Garten jäten.

Am Rand hinzugefügt: Nota, diesen 4 Gärtnern teilte der Burggraf (Starost des Schlosses) 1 Stück Land auf den Gütern von Wójtowa Wieś zu, für das der Starost (großmütig) den Zins erließ. Den Zins beginnen sie erst ab dem Georgstag (1589) zu zahlen, an jedem folgenden Georgstag jeder 24 Gr., also zusammen 2 Florin.

Zusammenfassung:

Die Heuernte von den Wiesen des Vorwerks Winów beträgt jährlich 36 Fuhren, bei guten Bedingungen kann man viele andere Wiesen mähen. Zu diesem Vorwerk gehört auch ein Wald, in dem Birken und Eichen wachsen. Aus den gesammelten Eicheln kann man jährlich etwa 4 Taler erzielen. Es gibt auch einen Teich, in den man junge Fischbrut zum Aufwachsen einsetzen kann, etwa 40 Scheffel. Auf den Gütern gibt es auch einen Fischteich, den ein Fischer aus Opole namens Martin pachtet, für den er einen Jahreszins von 48 Gr. zahlt.

In den Urbaren gibt es keine Erwähnung von Plantagen (Gärten) mit Weintrauben auf den Gütern von Winów.

Über Gärten mit Weintrauben (weyn garten) gibt es diese Information:
Zwischen dem „Tor von Bytom“ und dem „Tor von Gosławice“ gibt es in einiger Entfernung von der Stadt einige Weingärten. Die Erlaubnis zu ihrer Anlage erhielten: Sebastian Schneider für einen Zins von 18 Gr., Cristina Schlickin für einen Zins von 20 Gr., Valten Lorencz (für zwei Gärten) 30 Gr., Heinrich Danwiecz für 1 Garten 15 Gr., Greger Przygotka für 1 Garten 12 Gr.

Siehe Teil VII: Die ersten Habsburger in Opole

Grüße aus Folwark, Rudolf