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Teil VII

Die ersten Habsburger in Opole

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

Die Habsburgerdynastie:
1 - König Rudolf I. (1218-1291)
2 - König Albrecht (1255-1308)
3 - König Friedrich (der Schöne) (1289-1330)
4 - Herzog Albrecht II. (1298-1358)
5 - Herzog Rudolf IV. (1339-1365)
6 - Herzog Albrecht III. (1348-1395)
7 - Herzog Albrecht IV. (1377-1404)
8 - König Albrecht II. (1397-1439)
9 - Herzog Leopold III. (1351-1386)
10 - Kaiser Friedrich III. (1415-1493)
11 - Kaiser Maximilian I. (1459-1519)
12 - Kaiser Karl V. (1500-1558)
13 - Kaiser Ferdinand I. (1503-1564)
14 - Kaiser Maximilian II. (1527-1576)

15 - Kaiser Rudolf II. (1552-1612)
16 - Kaiser Matthias (1557-1619)
17 - Kaiser Ferdinand II. (1578-1637)
18 - Kaiser Ferdinand III. (1608-1657)
19 - Kaiser Leopold I. (1640-1705)
20 - Kaiser Joseph I. (1678-1711)
21 - Kaiser Karl VI. (1685-1740)
22 - Kaiserin Maria Theresia (1717-1780)
23 - Kaiser Joseph II. (1741-1790)
24 - Kaiser Leopold II. (1747-1792)
25 - Kaiser Franz II./I. (1768-1835)
26 - Kaiser Ferdinand (1793-1875)
27 - Kaiser Franz Joseph (1830-1916)
28 - Kaiser Karl I. (1887-1922)
* Kaiser im Oppelner Land (von 1558 bis 1740)

Im Jahr 1532 übernahmen die Fürsten aus der Dynastie der Habsburger Schlesien von den Böhmen.
Ferdinand I., geboren am 10. März 1503 in Spanien, gestorben am 25. Juli 1564 in Wien.
Hier die Erklärung des Geburtsortes Spanien: Die Habsburger herrschten zu dieser Zeit auch in diesem Land, die Teilung in zwei Linien erfolgte, als Karl V. Kaiser war.

Foto: Wikipedia

Römischer Kaiser Deutscher Nation Carolus V.

Geboren am 24. Februar 1500 in Genf (Schweiz), gestorben am 21. September 1558 in San Jeronimo de Yuste (Spanien). Mit 55 Jahren war er schon sehr krank (Gicht - Urikopathia) und konnte sich nicht mehr bewegen, er dankte ab. Im Januar 1556 übergab er (Neapel, Sizilien, Norditalien und Spanien mit allen Kolonien) seinem Sohn Philipp und im September 1556 das ganze Kaiserreich seinem 3 Jahre jüngeren Bruder Ferdinand, mit dem Hinweis, zu gegebener Zeit die Macht Philipps in Spanien rechtskräftig zu machen. So kam es zur Teilung des großen Imperiums in zwei Teile, einen spanischen und einen österreichischen.

Wie schon in Teil V erwähnt, hatte Ferdinand I. von Habsburg (Bruder von Kaiser Karl V.) 1526 die meisten Stimmen und das Recht auf die böhmische Krone. Die Stände der Länder der böhmischen Krone übertrugen ihm die königliche Würde. Die Krönung fand am 24. Februar 1527 in Prag statt.
Am 1. Mai 1527 huldigten ihm in Wrocław alle Städte und Herzöge Schlesiens. Die Habsburgerdynastie hielt sich bis 1918, in Schlesien über 200 Jahre bis 1740.

Im Januar 1531 wählten die Stände Ferdinand I. zum König von Rom und Deutschland (Krönung am 11.01.1531 in Aachen).

Zurück nach Opole. Am 27. März 1532 starb der letzte Vertreter der Piasten von Opole, Johann II. „der Gute“, der auch (seit 1521) Herr im Herzogtum Racibórz war. Während seiner Herrschaft gelang es ihm, fast ganz Oberschlesien in seinen Händen zu vereinen. Der Herzog erließ viele Dokumente, die von seiner Wirtschaftlichkeit zeugen, Stadtrechte und Privilegien. 1531 erließ er das große Landesprivileg für das Herzogtum Opole-Racibórz (das sogenannte Hanajski-Privileg). Es war fast wie eine Verfassung für die Gebiete Oberschlesiens. Nach seinem Tod begannen die Erbschaftsprobleme. Johann heiratete nie und hatte keine Nachfolger, der Grund war nach glaubwürdigen Quellen Impotenz. Deshalb wurde der Herzogshof in Opole viele Jahre vor Johanns Tod zum Schauplatz der Rivalität verschiedener Herrscher, die auf ein einträgliches Erbe hofften.

1512 schloss Johann „der Gute“ einen Pakt über gegenseitige Erbfolge mit Herzog Georg von Krnov (Markgraf von Brandenburg) aus der Dynastie der Hohenzollern. Das Herzogtum Krnov (als selbstständige Gebiete von Krnov, Bruntál und Vrbno, heute Tschechien, an das Herzogtum Racibórz grenzend). Der Vertrag zwischen dem letzten Piasten Johann dem Guten und Herzog Georg von Hohenzollern wurde von den Habsburgern für ungültig erklärt (1528), aber Herzog Georg ließ in seinen Bemühungen um das Herzogtum Opole nicht nach. Nach langen Verhandlungen mit Ferdinand, noch zu Lebzeiten Johanns des Guten, wurde der Vertrag abgeändert: Georg wurde nur das Pfandrecht für 183 333 ungarische Gulden gestattet, jedoch nicht früher als ein Jahr nach Johanns Tod, und wenn Ferdinand diese Summe zahlt, soll das Herzogtum Opole untrennbar bei Böhmen bleiben.
König Ferdinand besetzte nach diesen Änderungen im Vertrag (Johann der Gute und Georg von Hohenzollern), um sich gegen eine mögliche bewaffnete Inbesitznahme der Herzogtümer Opole und Racibórz durch Markgraf Georg abzusichern, noch zu Lebzeiten Johanns des Guten Opole mit seinem Heer: 1000 Bewaffnete unter Achaz von Haunold.

Diese Klausel erlaubte den Habsburgern, nach dem Tod von Herzog Johann dem Guten das auf dem Schloss Opole aufbewahrte riesige Vermögen nach Wien zu bringen. Nach Opole kam der Bischof von Wrocław, Jakob von Salza, um den Nachlass des Herzogs in Empfang zu nehmen. Das Vermögen soll riesig gewesen sein: große Mengen Silber- und Goldmünzen, Schmuck, Porzellan, Waffen und große Lebensmittelvorräte. Als das Schloss Opole leergeräumt war, erlaubte man Herzog Georg von Hohenzollern, die Herzogtümer Opole und Racibórz zu übernehmen.

Herzog Georg starb 1543. Nach seinem Tod übernahm das väterliche Erbe sein Sohn Georg Friedrich, aber schon 1552 nahm ihm Ferdinand I. die Güter von Opole und Racibórz im Tausch gegen das Herzogtum Żagań und eine Geldentschädigung ab. Im selben Jahr gab Ferdinand I. die Herzogtümer Opole und Racibórz der Königin von Ungarn Isabella Zapolya im Tausch gegen Siebenbürgen. Königin Isabella Zapolya brach im August 1551 mit ihrem Sohn von Siebenbürgen nach Opole auf und kam am 8. März 1552 in Opole an. Wie Idzikowski in Geschichte der Stadt Oppeln schreibt: Hier bemühte man sich auf Anweisung Ferdinands I., ihr in allem zu gefallen. Aber sie verließ die Stadt zeitweise und fuhr nach Wieluń, Piotrków, Warszawa. Sie begann auch Wälder zu fällen, die der herzoglichen Kammer in Wrocław gehörten, womit sie das Recht verletzte. 1550 baten die Stände König Ferdinand um eine Einschränkung der Rechte Isabellas und um den Übergang des Herzogtums unter die Herrschaft des Kaisers. Anfang 1557 wurde das Pfandrecht für Königin Isabella aufgehoben. Königin Isabella zog nach Polen an den Hof ihres Bruders.

Die Rückkehr der Herzogtümer Opole und Racibórz unter die Verwaltung der Habsburger war der Beginn einer neuen Organisation, die bis zur Zeit der neuen Besitzer, der Hohenzollern, bis 1740 Bestand hatte. An der Spitze des Herzogtums stand der Landesstarost, dem der Burggraf unterstand (verantwortlich für die Wirtschaft auf dem Schloss). Der Oberregent verwaltete die Landgüter, und alle unterstanden der Schlesischen Kammer * in Wrocław.

Die Abreise von Königin Isabella war noch nicht das Ende des „Handels“ mit Schlesien. Noch zweimal wurden die Herzogtümer Opole und Racibórz an Siebenbürgen vergeben, 1598 und 1621-1624, und in den Jahren 1645-1666 befanden sie sich in den Händen der polnischen Königsfamilie der Wasa, Władysław IV. (als Pfand für ein Darlehen). Nach verschiedenen Intrigen kehren wir (kehrt unser Land) zu den Habsburgern zurück, bis zur Besetzung Schlesiens durch Preußen im Jahr 1740.

*Cammer - Schlesische Kammer, ein 1558 geschaffenes Amt, um sich mit Finanzen zu befassen, in erster Linie mit der Einziehung der Einkünfte aus den königlichen Gütern. Dieses Amt war die vorgesetzte Behörde aller königlichen Finanzbeamten und der niedrigeren Behörden der allgemeinen Verwaltung in Finanzangelegenheiten. Zur in Wrocław amtierenden Kammer gehörten ein Vorsitzender und drei bis vier Räte (und ein recht beträchtlicher Beamtenapparat).

1532 wurde König Ferdinand I. vom Lehnsherrn zum tatsächlichen Eigentümer des Herzogtums Opole. Da er zugleich (1527) in einen Krieg mit Johann Zapolya verwickelt war (dem Woiwoden, der ihm beim Erwerb der ungarischen Krone zuvorkam) und mit den Türken, die dem Woiwoden halfen und Wien belagerten, behandelte er Schlesien als Schatzkammer, in der er seine Finanzen aufbessern konnte. Hier finden wir die Erklärung für die Entstehung der schlesischen Urbare, in denen alle Einkünfte aus den Herzogtümern Opole und Racibórz verzeichnet wurden, die Fronpflichten, das kaiserliche Edikt (1562). 1558 die Einrichtung der Cammer. Die Intrigen mit Markgraf Georg um das väterliche Erbe (die Schatzkammer Johanns des Guten). Die ersten Urbare für Schlesien von Opole und Racibórz entstanden in den Jahren 1532-1534, gingen aber im Zweiten Weltkrieg verloren.

Foto: Wikipedia.

Römischer Kaiser Deutscher Nation Ferdinand I.

Der Lebenslauf Ferdinands I., „unseres ersten Kaisers“, ist sehr interessant. Geboren 1503 in Spanien. Als 18-Jähriger wird er mit Erlaubnis seines älteren Bruders, Kaiser Karl V., zum König von Deutschland gekrönt (28. April 1521). Er herrscht in Österreich, Tirol und in den oberen Provinzen Italiens. Am 26. Mai desselben Jahres heiratet er Prinzessin Anna, geboren in Prag. Aus dieser Verbindung gingen 15 Prinzen und Prinzessinnen hervor, 13 von ihnen überlebten ihre Eltern.

1526 zum König von Ungarn gekrönt.
1527 in Prag zum König von Böhmen gekrönt.

Am 1. Mai 1527 huldigten ihm in Wrocław alle schlesischen Städte und Herzöge.

1531 zum König von Rom und Deutschland gekrönt.
1558 in Frankfurt am Main als Römischer Kaiser Deutscher Nation anerkannt.

Ferdinands Nachkommen.

1 - Elisabeth *1526 in Prag +1545 in Wilna. Seit 1543 (17 Jahre) Frau von Zygmunt II. August, König von Polen, dem letzten der Jagiellonen, dessen Mutter Bona Sforza (Mailand) war

2 - Maximilian II., unser späterer zweiter Kaiser.

3 - Anna *1528 in Prag +1590 in München, Prinzessin von Bayern. Verheiratet mit Graf Albrecht V. von Bayern

4 - Ferdinand II. *1529 Linz +1595 in Innsbruck. Verheiratet, I. Frau (zwei Jahre älter) Philippine Welser (Patrizierin), II. Frau (16 Jahre) Anna Katharina, Prinzessin von Mantua.

5 - Maria *1531 in Innsbruck +1581 in Hambach am Niederrhein. 1546 mit 15 Jahren verheiratet mit Wilhelm, Herzog von Berg.

6 - Magdalena *1532 in Innsbruck +1590 in Hall/Tirol, Nonne. Gründerin eines Damenhauses, in dem sie die Rolle der Oberin ausübte (sie starb als Dienerin Gottes, Selige)

7 - Katharina *1533 in Innsbruck +1572 in Linz. 1549 mit 16 Jahren verheiratet mit Franz III., Herzog von Mantua

8 - Eleonora *1534 in Innsbruck +1594 in Mantua. 1561 mit 27 Jahren verheiratet mit Wilhelm III., Herzog von Mantua.

9 - Margarethe *1536 in Innsbruck +1566 in Hall/Tirol, ab 1563 im Kloster.

10 - Johann *1538 in Innsbruck +1539 in Innsbruck

11 - Barbara *1539 in Innsbruck +1572 in Ferrara. 1565 mit 26 Jahren verheiratet mit Alfons II., Herzog von Ferrara

12 - Karl II. *1540 in Wien +1590 in Graz. Verheiratet mit der 20-jährigen Maria Anna, Prinzessin von Bayern

13 - Ursula *1541 in Wien +1543 in Innsbruck

14 - Helena *1543 in Innsbruck +1574 in Hall/Tirol, Nonne in Hall/Tirol

15 - Johanna *1547 in Wien +1578 in Florenz. 1565 mit 18 Jahren verheiratet mit Franz I., Erzherzog der Toskana

Ferdinand I. wurde 1503 in Spanien geboren und wuchs dort neben seiner Mutter auf, im Gegensatz zu seinem Bruder Karl V., der (1500) in der Schweiz geboren und in Wien von seiner Tante erzogen wurde. Die Brüder (wie die Chroniken schreiben) kannten sich nicht von Angesicht, und Karl kannte von der Geburt bis zum 17. Lebensjahr seine Mutter nicht von Angesicht (vielleicht vom Porträt?), ebenso wenig seine Schwester Eleonora. In Spanien, wo sie sich 1517 begegneten, sah er auch zum ersten Mal seine Schwester Katharina. Karl wurde als 15-jähriges Kind 1515 amtlich für volljährig erklärt und wurde mit 16 Jahren König von Spanien. Die Mutter wurde ihrer Rechte beraubt, wogegen sie sich wehrte, und deshalb vom Sohn interniert (mit Zustimmung von Kaiser Maximilian I., erzwungener Aufenthalt in Spanien).

Ferdinand I., am spanischen Hof von seiner internierten Mutter Johanna (Infantin von Kastilien und Aragon) als zweiter Anwärter auf die Kaiserwürde erzogen, war sehr eifersüchtig auf seinen älteren Bruder Karl. Nach Karls Krönung zum König von Spanien musste er (1518) nach Brüssel umziehen. 1521 erlaubte Karl, schon als König von Rom und Deutschland (seit 1519), die Krönung seines 18-jährigen Bruders zum König von Österreich.

Nach Übernahme dieses Amtes stieß Ferdinand in seinem Königreich Österreich auf große Schwierigkeiten. Die Stände im Staat rebellierten erneut, nachdem Kaiser Maximilian I. die Privilegien abgeschafft hatte. Der junge König befahl mit „spanischer Verbissenheit“, alle Anführer (zusammen mit Einwohnern Wiens) zu ergreifen und zu töten. Ähnlich verfuhr er (1525) mit den Bauern, die wegen der auferlegten Kontributionen rebellierten.

Im ungarisch-türkischen Krieg (1526) ertrank der junge König von Ungarn (Ludwig II.). Um das Recht auf den ungarischen Thron musste er mit dem Anwärter, dem Woiwoden Johann Zapolya, kämpfen, der sich schon mit den Türken verständigt hatte. Zapolya gewann die „erste Runde“ und krönte sich (1526) zum König von Ungarn. Der zweite Krieg gegen Zapolya (1527) wurde gewonnen und das Recht auf die ungarische Krone anerkannt. 1529 umzingelte der türkische Sultan Wien, aber es brach eine große „Seuche“ aus, und die Türken zogen sich zurück.

Der Chronist schreibt: Den Habsburgern, die in den nächsten 150 Jahren die Ostgrenzen bewachten, müssen wir danken, dass die Osmanen nicht ganz Europa einnahmen.

Zapolya erkannte nach der Niederlage Ferdinands Rechte auf den ungarischen Thron an und behielt für sich nur Siebenbürgen, aber nach der Geburt seines Sohnes Zygmunt (1540) widerrief er das. Zapolya starb im selben Jahr, und die Herrschaft in Siebenbürgen übernahm im Namen ihres minderjährigen Sohnes Jan Zygmunt Königin Isabella. Wie schon oben erwähnt, tauschte Ferdinand 1551 Siebenbürgen gegen die Herzogtümer Opole und Racibórz. Kurze Zeit war Isabella Zapolya unsere Königin. Nach Zapolyas Tod kam es wieder zum Kampf mit den Türken, die viele ungarische Provinzen ihrem Staat anschlossen. Zum Frieden kam es erst 1547, für den Ferdinand jedes Jahr 30 000 Dukaten zahlen musste.

Der mit Dukaten erkaufte Frieden erlaubte Ferdinand, seinen Bruder (schon Kaiser) Karl V. im Westen, im großen Land der Habsburger, im Kampf gegen die Protestanten zu unterstützen.

Martin Luther (1483-1546) rief 1517 die Theologen zu einer Debatte über den Ablass und andere Missbräuche in der Kirche auf. Dafür wurde er vom Papst exkommuniziert. Mit dem Bann belegt, formulierte er drei Grundsätze der Reformation (Kurzfassung):
1) Die Bibel ist die höchste Autorität in Fragen des Glaubens und des christlichen Lebens und darf weder dogmatischen Auslegungen des Papstes noch der Institution der Kirche unterliegen.
2) Der Mensch wird vor Gott allein durch Gnade durch den Glauben gerechtfertigt.
3) Jeder Gläubige hat direkten Zugang zu Gott.

Luthers Thesen fanden viele Anhänger, auch in unserem Herzogtum Opole-Racibórz.

Auf der Grundlage sozialer Unzufriedenheit und teilweise unter dem Einfluss der falsch verstandenen Lehre Luthers von der christlichen Freiheit brach 1525 in Deutschland der Bauernkrieg aus. Anfangs versuchte Luther zu vermitteln und setzte sich für die gemäßigten Forderungen der Bauern ein, doch als die Bauern Verbrechen begingen, rief er die Staatsmacht (Ferdinand I.) auf, in die Sache einzugreifen. Die Entscheidungsschlacht fand bei Frankenhausen statt, wo es zur völligen Vernichtung der rebellierenden Bauern kam und zum Gemetzel an den gefangenen Bauern, trotz Luthers Bitten, mit denen, die sich ergaben, nachsichtig umzugehen. Insgesamt kamen im Bauernkrieg etwa 150 Tausend Menschen um.

Nach dem Tod seines Bruders, des Kaisers von Rom und des Deutschen Reiches Karl V. (1558), nimmt Ferdinand I. seinen Platz ein.

Ferdinand versuchte (vor dem III. Konzil von Trient), den Abgrund zwischen Katholiken und Protestanten zu überbrücken (er schlug die Kommunion in beiderlei Gestalt vor, die Erlaubnis der Priesterehe, Gottesdienste in der Sprache des Volkes, die Teilung großer Bistumsgebiete). Seine Bemühungen blieben erfolglos. Das Konzil von Trient endete, ohne den Frieden in der Kirche wiederherzustellen. Es wurde jedoch eine Reihe wohltätiger Einrichtungen geschaffen und viele Missbräuche wurden abgeschafft.

1562 führte er die Krönung seines Sohnes Maximilian II. (eines Anhängers des Protestantismus) zum König von Rom und Deutscher Nation herbei. Vor der Wahl zum König verpflichtete sich Maximilian II. gegenüber seinem Vater, der katholischen Kirche und ihrer Lehre treu zu bleiben.

Am 25. August 1564 starb nach langer Krankheit Kaiser Ferdinand I.

In der reichen Literatur zu diesem Thema können wir lesen, dass er in allen Verhandlungen ein überzeugt gläubiger Katholik war. Sein Handeln erlaubte, die Einflüsse des Protestantismus weit von seinen habsburgischen Besitzungen fernzuhalten. Auf seine Regierung hatte besonders in den ersten Jahren seine Frau Anna großen Einfluss. Kaiserin Anna, die ihm 15 Kinder gebar, reiste immer mit ihrem Mann, was die Stände ihr verübelten, weil sie das Kaiserreich großen Reisekosten aussetzte.

Die Antwort des Kaisers auf diese Vorwürfe:

„Einem frommen Herrn gebührt, seinen Ehestand zu halten, es ist besser einige Umkosten auf seine Ehegattin zu verwenden als auf Buhlerei“

Einen solchen ersten Kaiser hatten wir, dem die Untertanen, die Folwarczanie, in den Jahren 1532-1564 gehörten.

Grüße aus Folwark, Rudolf