Ansichten von Folwark: Gebäude, Teich, Felder und Sonnenblume
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Teil XIII

Rückkehr zu den Habsburgern

Pofyrtane dzieje Folwarku – Die Geschichte von Folwark

1657-1705, Leopold I. unser Kaiser. Im Jahr 1657 starb Ferdinand III., seinen Platz nimmt Leopold I. ein. Aber unser Herzogtum Opole-Racibórz gehört weiter den polnischen Wasa.
1675 stirbt Jerzy Wilhelm, er war erst 15 Jahre alt, der letzte Herzog aus der großen Familie der schlesischen Piasten. Die Länder, über die er herrschte, die Herzogtümer Legnica, Brzeg und Wołów, gingen nach seinem Tod unter die Oberhoheit der Habsburger. Als Kaiser Leopold I. das Herzogtum in erblichen Besitz nahm, bestätigte er den Einwohnern die alten Rechte und Privilegien, doch wurde eine Verringerung der protestantischen Kirchen durchgeführt.

Auf das Herzogtum (von Jerzy Wilhelm) meldeten jedoch die brandenburgischen Hohenzollern ihre Rechte an (der Große Kurfürst von Brandenburg Friedrich Wilhelm 1644-1688), die auf Grundlage des Erbverbrüderungsvertrags von 1537 nach dem Tod des letzten Piasten Jerzy Wilhelm das Recht dazu hatten. Die Habsburger ließen jedoch keinerlei Verhandlungen zu. Leopold trennte nur das Herzogtum Oława für die Herzogin Luise ab, die Mutter des verstorbenen Jerzy, und den übrigen Verwandten gewährte er kleine Pensionen.

Der Tod von Jerzy Wilhelm war der Beginn des Streits um Schlesien in den folgenden Jahren zwischen den Habsburgern und den Hohenzollern. Uns erwarten drei Schlesische Kriege in der Mitte des nächsten Jahrhunderts. Der Urenkel des Kurfürsten von Brandenburg Friedrich Wilhelm, Friedrich II., wird den Habsburgern Schlesien abnehmen und sich dabei auf den Vertrag von 1537 berufen.

Leopold I., Kaiser.

Geboren am 9. Juni 1640 in Wien, gestorben am 5. Mai 1705 in Wien.

I. Ehe: Margaretha Theresia, Infantin von Spanien. Sie starb mit 22 Jahren. (4 Kinder)

II. Ehe: Claudia Felizitas, Erzherzogin von Tirol. Sie starb mit 23 Jahren. (2 Kinder)

III. Ehe: Eleonore Magdalene, Fürstin von der Pfalz (10 Kinder)
Zahlreiche Nachkommen (zusammen 16). Aus der III. Ehe werden wir noch Kaiser Joseph I. und Kaiser Karl VI. in den nächsten Teilen der Geschichte von Folwark kennenlernen.

Von seinen 16 Nachkommen überlebten nur 5 Kaiser Leopold.

27.06.1655 zum König von Ungarn gekrönt

14.09.1656 zum König von Böhmen und Schlesien gekrönt

31.07.1658 zum Kaiser des Römischen und Deutschen Reiches gewählt und gekrönt

Der älteste Sohn von Kaiser Ferdinand III. war Ferdinand V., dem nach dem Tod des Vaters der Kaiserthron der Habsburger zugedacht war. Er starb jedoch mit 21 Jahren. Das brachte große Schwierigkeiten für die Familie, denn der zweite Kandidat war sein jüngerer Bruder Leopold IV., von Kindheit an auf den geistlichen Stand vorbereitet. Der Tod des Bruders führte dazu, dass er, auf eine solche Rolle völlig unvorbereitet, den Hof der Habsburger zu großen Anstrengungen (Bestechung) zwang, damit die Stände den neuen Kandidaten akzeptierten.

Schon als Kaiser fand er sich 1663 im Krieg mit den Türken wieder, aber nicht nur mit ihnen. Die Franzosen drängten nach Lothringen, Polen befand sich im Krieg mit den Schweden. 1683 belagerten die Türken Wien, und der Kaiserhof zog nach Passau um. Zum Entsatz Wiens brach der polnische König Sobieski auf, aber der Durchmarsch seiner Truppen ging nicht durch unsere Gegend.

Schlesien und Opole spürten all diese Kriege nur durch höhere Steuern. In Opole ließen sich die ersten Jesuiten nieder, deren Hauptaufgabe die Rekatholisierung war. Graf Johann Proskau schenkte dem Orden ein Haus am Ring in Opole, und der Jesuitenorden entschloss sich, seine Residenz in Opole zu gründen. 1670 eröffneten sie ein Gymnasium, das schon im folgenden Jahr 170 Schüler hatte. 1679 brach in der Stadt die Pest aus, die sich mit furchtbarer Geschwindigkeit ausbreitete (so schreibt Idzikowski), und damals starb die Hälfte der Einwohner, etwa 900. Das Wirtshaus (heute Plac Sebastiana), in dem die Seuche ausbrach, wurde 1681 abgerissen, und an seiner Stelle wurde eine dem hl. Sebastian geweihte Kapelle gebaut, die bis heute steht. 1682 bricht in der Stadt Opole ein furchtbarer Brand aus, der 105 Häuser zerstört. Auch das Dominikanerkloster, die Jesuitenkirche und das Schulgebäude brannten ab. Noch hatten sie die Stadt nicht wieder aufgebaut, da verzehrte 1684 ein weiterer Brand fast die ganze Stadt, und auch ein dritter Brand (1689) zerstörte 49 Häuser.

Und was geschah in dieser Zeit in Folwark? Wie schon im vorigen (XII.) Teil erwähnt, wurde 1664 die Kapelle bei der Świętkownia gebaut. 1675 wurde die Kapelle gebaut, die ich jeden Tag von meinem Fenster aus an der Kreuzung ul. Lipowa und Szkolna sehe.

Jahr 2009

Bis heute ließ sich nicht feststellen, wer die Kapelle gebaut hat und warum. Ich hege aber die stille Hoffnung, dass sich bei der Suche nach den Einwohnern von Folwark aus diesen Jahren gewisse Einzelheiten ermitteln lassen. In dieser Zeit geschah viel in der Gegend (Rekatholisierung, Jesuiten, Brände in Opole, Seuchen und andere Krankheiten). Die Renovierung und Konservierung führte 2009 (Juni) Antoni Chudalla aus Folwark aus.

Wir sind in unseren Betrachtungen der „Pofyrtane dzieje Folwarku“ in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Bisher haben wir einige Einwohner von Folwark und der Umgebung namentlich kennengelernt, aber nur diejenigen, die zu Abgaben, Fron und Kirchenzehnt verpflichtet waren. Also die „Wichtigen“, die Einkünfte erbrachten, die auf den vom Besitzer gepachteten Hufen erarbeitet wurden. Wenn ein Bauer aus Folwark 1 Hufe Feld pachtete, also etwa 16 Hektar, dann konnte er natürlich nicht alles allein bearbeiten, selbst mit großer Familie, denn Mähdrescher gab es damals noch nicht, und auch an gewöhnlichen Sensen fehlte es sicher.
Die Frage ist also: Wie war die Struktur der Dorfbevölkerung in jenen Zeiten und in den folgenden Jahren des 18. Jahrhunderts?

Die meisten Informationen haben wir aus dem 17. Jahrhundert, als die ersten Aufzeichnungen von Taufen, Trauungen und Todesfällen eingeführt wurden. Oft wurden beim Namen der Beruf angegeben, wie viel Land man besaß und ob man andere Güter besaß, zum Beispiel ein Haus. Da die Zeit in jenen Jahren langsamer floss und die Änderungen nicht so schnell waren wie heute, können wir mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass das, was 100 Jahre später (Mitte des 18. Jahrhunderts) war, sich nicht viel von dem unterschied, was in den Jahren war, als unsere oben vorgestellte Kapelle gebaut wurde.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts können wir die Bevölkerung des schlesischen Dorfes in mehrere Gruppen einteilen. In den Aufzeichnungen trifft man verschiedene Namen der einzelnen Gruppen an (tschechische, deutsche, lateinische, gemischte).

I. Gruppe, die zahlreichste: Komornicy (Einlieger, Inleute, Kammerleute, Hausleute, Mietshäusler). Die ärmste Schicht, die nichts besaß und alle Hausarbeiten im Tausch für Essen und einen kleinen Winkel verrichtete.

II. Gruppe, ebenfalls sehr zahlreich: Wycużnicy (Auszügler). Alte Eltern, die im Tausch für das Recht auf Naturalleistungen und einen meist sehr engen Winkel ihren Hof zugunsten der Kinder, Verwandter oder anderer Personen aufgaben.

III. Gruppe: Dienstboten, Gesinde. Leute, die auf Adelshöfen und bei reichen Bauern arbeiteten. Oft waren das Kinder von Eltern, die selbst nichts besaßen, und sie hatten nichts zu erben.

IV. Gruppe: Chałupnik - Häusler (Kalupner, Kossäten, Bündner, Strumpfner). Sie besaßen ein eigenes Haus, oft auch einen kleinen Gemüsegarten und etwas Feld.

V. Gruppe: Zagrodnicy (Gärtner, Hortulanus, Freigärtner). Sie besaßen einige Morgen Land.

V. Gruppe: Robottgärtner, fronpflichtige Bauern, sie besaßen bis zu 30 Morgen Land.

VI. Gruppe: Kmieć - Bauer, eingeteilt in (Freibauer, Vollbauer, Dreiviertelbauer, Halbbauer, Viertelbauer und noch kleinere). Fett gedruckt habe ich die Gruppen, die in unserer Gegend am häufigsten vorkamen. Die Einteilung hing davon ab, wie viel Feld er besaß und wie viele Gespanne er zu dessen Bearbeitung hielt, mit denen er auch Dienste auf dem Herrenhof leistete. Die letzten dieser Bauern besaßen meist nur ein Ochsengespann. Die Einteilung schwankte nämlich von einigen Morgen bis zu mehreren Hundert. Am meisten gab es Halbbauern.

VII. Gruppe sind Einwohner, die außer Land auch Werkstätten besaßen. Oft treffen wir den Eintrag Kowal - Schmid, Molitoris - Müller, Tabernator - Kretschmer (Wirt), Zimmerman (Tischler).
Scholtze - Schulze.

Zeit für Beispiele aus unseren Kirchenbüchern. (Heute nur eines, es ist schon spät.)

In meiner freien Übersetzung: Am 23. April 1777 wurden getraut Tomasz Madeya aus Groszowice und die verlobte Jadwiga Kandziora aus Domecko, Tochter von Michał, Gärtner. Zeugen: Grzegorz Wieszała, Wirt aus Domecko, Michał Wedler, Gärtner (wohl ebenfalls aus Domecko, Eintrag fehlt, steht aber an anderer Stelle. Daneben steht noch die zusätzliche Information, dass Tomasz am Hochzeitstag 28 Jahre alt ist und Jadwiga 24 Jahre.)

Auf Grundlage solcher Einträge suche ich in der ganzen Pfarrei nach Informationen über die Einwohner unseres Folwark. Im nächsten Teil wird es viele Namen geben, vielleicht findet jemand seine Vorfahren.

Grüße aus Folwark, Rudolf