1705-1711 Joseph I. unser Kaiser. Er wurde schon von Kindheit an vorbereitet, denn seine beiden Brüder (aus der I. Ehe Leopolds I.) starben früh, noch vor seiner Geburt. Schon mit 9 Jahren wurde er König von Ungarn. Mit 13 Jahren wurde er König von Rom und des Deutschen Reiches. Von diesem Moment an begleitete er seinen Vater, Kaiser Leopold I., als König und nahm an allen Beratungen teil. So hatte er Gelegenheit, alle Geheimnisse der von den Habsburgern betriebenen Wirtschaft und Politik genau kennenzulernen. Deshalb konnte er gleich nach dem Tod seines Vaters Leopold I. (1705) ohne Widerstand (Opposition) den Staat lenken. Als Kaiser verschloss sich Joseph I. nicht vor den Ratschlägen Fremder, zu seiner Umgebung aber hielt er stets große Distanz. In religiösen Angelegenheiten war er tolerant. Mit 21 Jahren heiratete er Amalia Wilhelmina, Fürstin von Braunschweig-Lindenburg, eine Protestantin, die vor der Hochzeit zum Katholizismus übertrat. Die schöne (wie man schreibt) und gut gebildete Fürstin hatte jedoch keinen großen Einfluss auf seine Entscheidungen. Er starb mit 33 Jahren in Wien.

Kaiser Joseph I. wurde am 26.07.1678 in Wien geboren, als (7.) Kind seines Vaters Leopold I. und als (1.) Kind aus der III. Ehe mit Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg.
Die Ehe schloss er am 24.02.1699 mit der Fürstin Amalia Wilhelmina von Braunschweig-Lüneburg. Sie gebar drei Kinder (das zweite starb, es erlebte den 1. Geburtstag nicht).
9.12.1687 zum König von Ungarn gekrönt
26.01.1690 zum König von Rom und des Deutschen Reiches gekrönt
5.05.1705 zum König von Böhmen und Schlesien gewählt (nicht gekrönt)
5.05.1705 als Kaiser anerkannt.
Gestorben am 17. April 1711 in Wien
Er regierte nur 6 Jahre. Er setzte die von seinem Vater Leopold I. geführten Kriege fort und führte auch weitere Änderungen in der Staatsführung ein, besonders in der Gerichtsbarkeit, wo große Willkür herrschte und verschiedene Maßstäbe angelegt wurden. Den Mächtigen gingen viele Schandtaten straflos aus, Bürger und Bauern dagegen wurden nach dem harten Kodex jener Zeit behandelt. Idzikowski schreibt: „Sie wurden schnell (instigatori) dem Henker zur scharfen Befragung übergeben, und nach dem Geständnis zum Tod durch Feuer, Schwert oder Strick verurteilt, und viele wurden (1717) alljährlich im September und März nach Wien auf die Galeeren geschickt.“ Weiter schreibt Idzikowski: Graf Georg Proskowski und Balthasar Pückler erlaubten sich gesetzwidrige Züge in die Wälder, die zum Vikariat in Niemodlin gehörten. Die Besitzer beschwerten sich, dass sie vom Pücklerschen Gesinde schwer misshandelt und verletzt worden seien. Pückler wurde zu 1000 Dukaten verurteilt, legte aber beim Kaiser Berufung gegen das Urteil ein und zahlte nicht. Die Sache zog sich jahrelang hin, sodass der Täter eines natürlichen Todes starb, ohne die kaiserliche Begnadigung zu erleben.
Während der Regierung Josephs I. (1707) brach in Polen eine Seuche aus. Alle Grenzen wurden geschlossen, alle Brückenübergänge zerstört und tiefe Gräben durch die Straßen gezogen. Wer die Grenze trotz allem überschritt, wurde erschossen oder an den Galgen an der Grenze ohne Gericht und jegliche Formalitäten vom Henker gehängt. Innerhalb des Herzogtums durfte sich niemand ohne schriftliche Erlaubnis bewegen.
Am 17. April 1711 stirbt in Wien Kaiser Joseph I., seinen Platz nimmt der jüngere Bruder Karl III. ein, aber wir werden ihn im nächsten Teil als Kaiser Karl VI. kennenlernen.
Das sind schon die letzten Jahre der Herrschaft der Habsburgerdynastie in unserer Gegend. In diesen zweihundert Jahren änderte sich im Grunde nichts, die alten mittelalterlichen gesellschaftlichen Verhältnisse blieben noch erhalten. Wir waren zu weit von Wien entfernt, als dass die dort eingeführten Änderungen auch bei uns gewirkt hätten. Auf Änderungen werden wir noch weitere 100 Jahre warten.

Schloss auf der Ostrówek-Insel in Opole
(Skizze, Autor unbekannt)
Im Hintergrund sichtbar die Hügel von Winów und Górki
Im Jahr 1751 hatte Opole 1186 Einwohner, 20 Bäcker, 20 Fleischer, 9 Schmiede, 7 Schneider, 3 Stellmacher, 4 Tischler, 12 Krämer (Lädchen, Stände), 37 Leinenweber, 9 Kürschner, dazu noch Riemer, Hutmacher, Sattler, Schlosser.
Und wie sah es in unserer Pfarrei aus?
Bisher konnte ich nur einige ermitteln, also der Reihe nach, wir beginnen mit den Wichtigsten im Dorf, den Schulzen.
| Name, Vorname | Ort | Funktion / Beruf | belegtes Jahr |
|---|---|---|---|
| Kornek Franciszek | Folwark | Schulze (Scholtze) | 1769, 1784 |
| Gambietz Gregori | Gorki | Schulze | 1775 |
| Wieshala Michael | Górki Gorek | Schulze | 1794 |
| Rabb Bartek | Wójtowa Wieś Vogsdorf | Schulze | 1797 |
| Kutz Andreas | Nowa Kuźnia Neuhamer | Schulze | 1784 |
| Wieshala Grzegorz | Domecko Dometzko | Schulze | 1792, 1796 |
| Piechaczek Johann | Boguszyce Bogushitz | Schulze | |
| Müller Franciszek | Dombrówka | Schulze | 1803 |
| Kutz Urban | Chrząszczyce | Schulze | 1782 |
| Kowol Michael | Źlinice | Schulze | 1768 |
| Piechaczek Bartholomeo | Chrzowice | Müller | 1800, 1784 (Molitor) |
| Schiller Anton | Nowa Kuźnia | Müller | 1789 als Zeuge |
| Schiller Anton | Nowa Kuźnia | Müller | 1800 als Bräutigam, Trauung mit Jadwiga, 22 Jahre |
| Wotzka Casper | Boguszyce | Müller | 1797, 1792 |
| Cebula Johan | Źlinice | Müller | 1799 |
| Sosna Andreas | Domecko | Müller | 1798, 1802 |
| Hanus Casper | Ochodze | Müller | 1768 |
| Pokuta Thomas | Chrząszczyce | Organist | 1775 |
| Czaja Simon | Chrząszczyce | Organist | 1803 |
| Czura Simon | Chrząszczyce | Schulmeister | 1799 |
| Nowol Joseph | Prószków | Bürgermeister | 1795 |
| Rzitka Johann | Prószków | Fabrikant | 1786 |
| Czech Valentin | Chrząszczyce | Wirt | 1766 (Kretschmer) |
| Czech Tomas | Chrząszczyce | Wirt | 1797 Tabernator |
| Bida Michael | Złotniki | Wirt | 1767 (Kretschmer) |
| Lempka Casper | Źlinice | Wirt | 1768, 1797 Tabernator |
| Wieshala Matheus | Domecko | Wirt | 1767, Tabernator |
| Kuśnierz Walentinus | Domecko | Schmied (Schmid) | 1784 |
| Murgasz Wawrzin | Chrząszczyce | Schmied | 1792 |
| Dudek Johann | Ochodze | Schmied | 1803 |
| Janikula Franciszek | Folwark | Schmied | 1783 |
| Janikula Matheus | Boguszyce | Schmied | 1768 |
| Somer Johan | Domecko | Tischler | 1768 |

Am 20. Januar 1766 wurden getraut: Jakub, 21 Jahre, Sohn von Franciszek Piechaczek (Bauer) aus Chrząszczyce, und Marianna, Tochter von Valentin Czech (Wirt und Bauer) aus Chrząszczyce. Zeugen: Jakub Piechaczek und Georgi Lysy (Bauer) aus Chrząszczyce.

Am 20. Januar 1766 wurden getraut: Sebastian, 26 Jahre, Sohn von Georg Łuszczyk aus Follwark, und Marianna, 20 Jahre, Tochter von Christoph Brzoza (Robotgärtner, fronpflichtiger Bauer) aus Winów. Zeugen: Jakob Świętek und Mathias Czaja (Bauer) aus Folwark.

Am 8. Februar 1767 wurden getraut: Jakub, 24 Jahre, Sohn von Joseph Katszuba (Bauer) aus Chrząszczyce, und Marianna, 22 Jahre, Tochter von Albert Kubicz (Bauer) aus Chrząszczyce. Zeugen: Mathias Rybarczyk und Jakob Wieczorek aus Chrząszczyce.

Am 25. August 1767 wurden getraut: Michael, 27 Jahre, Sohn von Johann Sommer (Bauer) aus Domecko, und die Jungfer Marianna, 20 Jahre, Tochter von Valentin Dudek (Gärtner) aus Domecko. Zeugen: Mathes Wieszala (Kretschmer, Wirt) und Johann Trojak (Freigärtner) aus Domecko.

Am 17. Mai 1767 wurden getraut: Michael Bida, 46 Jahre (Witwer, Kretschmer, Wirt) aus Złotniki, und die Jungfer Catharina, 23 Jahre, Tochter von Jakub Piechaczek (Bauer) aus Chrzowice. Zeugen: Franciszek Piechaczek (Bauer) aus Chrzowice sowie Martin Lambek (hier wohl Lempka, Bauer) aus Złotniki.

Am 31. Januar 1768 wurden getraut: Bartek Gambiec, 45 Jahre (Witwer, Bauer) aus Górki, und die Witwe Anna Maria Czaja, 39 Jahre, aus Folwark (Bäuerin, auf Grund in Górki). Zeugen: Gregor Gambiec und Casper Niespor (Bauern) aus Górki.

Am 29. Mai 1768 wurden getraut: Walenty Hanus, 28 Jahre (Witwer, Freigärtner) aus Ochodze, und die Jungfer Marianna, 17 Jahre, Tochter von Grzegorz Kuśnierz (Halbbauer) aus Domecko (mit Haus in Ochodze?). Zeugen: Valentin Gogolak aus Ochodze (Halbbauer) und Johan Somer, Tischler aus Domecko.
Alle Übersetzungen sind meine eigenen, nicht professionell (es können Irrtümer sein). So viel für heute!
Grüße aus Folwark, Rudolf